Endoskopkamera

Für die Suche nach Verschütteten: THW Schwalmstadt mit neuer Technik

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Mithilfe einer neuen Endoskopkamera kann die Fachgruppe Ortung des THW Ortsverbands Schwalmstadt jetzt Verschüttete schneller finden. Die SearchCam 3000 kann bis zu fünf Meter tief liegende Hohlräume erreichen und hat sogar eine Gegensprechfunktion. Marc Bley (von links) und Steffen Sauer testen das Gerät bei einer Übung.

Seit Kurzem hat der Ortsverband des Technischen Hilfswerk Schwalmstadt eine neue Endoskopkamera im Einsatz. Helfer können damit nach Erdbeben, Explosionen oder Hauseinstürzen in Trümmerbergen nach verschütteten Menschen suchen.

Die Fachgruppe technische Ortung des THW-Ortsverband Schwalmstadt ist seit Kurzem mit einer neuen Videoendoskopkamera vom Typ „SearchCam 3000“ausgestattet, um Verschüttete unter Trümmern zu suchen.

Kamera ist Herzstück

An einer Steuereinheit mit aufgesetztem Monitor befindet sich eine, gut ein Meter lange Teleskopstange, an deren Kopf das Herzstück des neuen Geräts sitzt: Der schwenkbare Kamerakopf. Dieser kann mithilfe der Teleskopstangen bis zu einer Tiefe von etwa fünf Metern in Trümmerschichtungen und Hohlräume eingeführt werden, um die Lage von Verschütteten zu erkunden und mit ihnen in Kontakt zu treten.

Gegensprechfunktion

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Kamerakopf bis zu 23 Meter tief in Bohrlöcher abzulassen, ebenso wie ihn unter Wasser zu verwenden. Neben einer leistungsstarken LED-Leuchte verfügt der Kamerakopf über ein Mikrofon mit Gegensprechfunktion.

Bilder sind speicherbar

Sämtliche Daten können auf einer herkömmlichen Speicherkarte gesichert und so auch für Lagebewertungen der Einsatzleitung herangezogen werden.

Ortung wird genauer

Das neue Gerät ergänzt das bereits vorhandene akustische Ortungsgerät, das mittels Erdmikrofonen Klopf- und Kratzgeräusche von Verschütteten auffängt, sowie die Fachgruppe biologische Ortung, die mittels Rettungshunden nach Verschütteten sucht. Bei Einsätzen nach Gebäudeeinstürzen, wie in Wallenstein im August 2018, kommen die verschiedenen Ortungskomponenten des THW zusammen zum Einsatz. 

Moderne Technik: Akustisches Ortungsgerät (links) und Searchcam (rechts) des THW Schwalmstadt 

Rettungshunde und akustische Ortungsgeräte dienen dazu die Position von Verschütteten unter Trümmern zu erkunden. Mit der Kamera kann die genaue Lage der Opfer sowie mögliche Gefahren festgestellt werden.

Flexibler Einsatz

Ein weiterer Vorteil des Geräts liegt darin, dass eine Ortung auch in Trümmern möglich ist, bei denen eine Suche mit Geofonen aufgrund der Beschaffenheit der Trümmer sonst nicht funktioniert.

Zwei Fachgruppen

Im Ortsverband Schwalmstadt wird die bisher vorhandene Fachgruppe Ortung in zwei Fachgruppen aufgespalten: Die Fachgruppe biologische Ortung kann Rettungshunde zum Einsatz bringen, während die Fachgruppe technische Ortung mit Searchcam 3000 undakustischem Ortungsgerät ausgestattet ist.

Die Ausstattung der Fachgruppe ist in Kisten verpackt und kann im Einsatz mittels Mannschaftstransportwagen oder notfalls auch in Hubschraubern transportiert werden.  

Kontakt: Tel. 06 69 1/91 93 33, E-Mail: ov-schwalmstadt@thw.de. Der THW-Ortsverband Schwalmstadt hat donnerstags von 19 bis 22 Uhr Ausbildungsdienst. Interessierte sind willkommen.

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