Familie Jacob hat Angst, dass ihr Haustier die Vergiftung nicht überleben wird

Schwalmstadt: Katze frisst vergiftete Maus

Die Katze Mira hat eine mit Rattengift vergiftete Maus gefressen: Besitzerin Andrea Jacob hat Angst um ihr Haustier.
+
Die Katze Mira hat eine mit Rattengift vergiftete Maus gefressen: Besitzerin Andrea Jacob hat Angst um ihr Haustier.

Die Katze von Andrea Jacob aus Ziegenhain muss derzeit großes Leid durchstehen, sie hat Rattengift gefressen.

Ziegenhain. Andra Jacob hat sich an die HNA gewendet und berichtet, ihre Katze habe das Gift durch eine vergiftete Maus aufgenommen. „Die Mäuse fressen das Gift und sind dann einige Tage benommen, sie sterben nicht sofort. Für unsere Katze Mira war das dann eine leichte Beute“, vermutet Andrea Jacob.

Als sich die Katze immer mehr zurückzog, erkannte die Familie Jacob, dass es ihr nicht gut geht. „Sie musste sich ständig übergeben und wurde immer schlapper und fraß nichts mehr“, so Andrea Jacob. Als sie Mira dann zur Tierärztin brachte, stellte diese die Vermutung einer Rattenvergiftung in den Raum. Schwäche, blasse Schleimhäute mit Blutungen, Hämatome in der Unterhaut sowie Untertemperatur seien typische Symptome bei einer solchen Vergiftung, erklärt dazu Tierärztin Mareike Gipper aus Gilserberg auf HNA-Anfrage. „Im Inneren sammelt sich das Blut in den Körperhöhlen wie Herzbeutel oder Brustkorb“, so Gipper. Mila zeigte genau diese Symptome.

Doch was genau verursacht Rattengift bei Katzen? Es töte nicht unmittelbar, „Rattengifte wirken über die Deaktivierung der Blutgerinnung durch die Hemmung von Vitamin K“, sagt Gipper. Somit werde die Gerinnungskaskade nicht mehr aktiviert und es komme zu inneren Blutungen. Wenn man nicht handelt, dann würden die Tiere an diesen inneren Blutungen nach einem längeren Zeitraum sterben.

Tier hatte innere Blutungen

Auch Mira litt an inneren Blutungen, erzählt die Besitzerin. Die Tierärztin verabreichte der Katze Vitamin K, wodurch sich die Anzahl der roten Blutzellen wieder erhöht hatte. Allerdings dauert es um die drei Wochen, bis das Gerinnungssystem der Katze wieder stabil ist, erklärt die Gilserberger Tierärztin. Mira ist immer noch nicht fit. „Unsere Familie ist tieftraurig und verzweifelt, weil wir nicht wissen, ob Mira durchkommt, sie ist immer noch sehr schwach“, so Andrea Jacob. An manchen Tagen gehe es ihrer Katz gut, an anderen fresse sie wieder gar nichts. „Es ist ein ständiges Auf und Ab.“

Eigentlich seien Katzen eher selten Opfer von Vergiftungen, sagt Mareike Gipper. Denn die Katzen seien bei ihrem Futter sehr wählerisch und nähmen alles erstmal genauer unter die Lupe. Doch wenn eine Maus das Gift schon in sich trägt, dann merken die Katzen das nicht.

„Davor können wir die Katzen auch leider nicht schützen, da sie nun mal gerne Mäuse fressen“, sagt Petra Ziegert-Postleb von der Tiernothilfe Schwalmstadt.

Da eine vergiftete Maus auch nicht sofort stirbt, wird das Gift dann vollständig an die Katze übertragen. Dann sei eine schnelle Diagnosefindung und Therapie wichtig, um die Überlebenschancen der Tiere zu erhöhen, so Gipper.

Familie Jacob hofft nun, dass Mira schnell wieder gesund wird. Sie können nicht nachvollziehen, wieso manche Menschen Rattengift in ihrem Garten einsetzen.

Lebendfallen statt Gifteinsatz

„Es macht mich einfach nur wütend, wenn Leute Gift in ihren Garten auslegen oder ihre Pflanzen mit Gift einsprühen. Sie wissen nicht welche Tiere sie da alles mit reinziehen, wenn sie nur ein paar blöde Mäuse loswerden wollen“, so Andrea Jacob. Auch Petra Ziegert-Postleb findet es nicht gut, dass immer noch viele Gartenbesitzer mit Giften hantieren.

„Es gibt genügend Alternativen, da kann man das Gift wirklich einfach weglassen.“ Eine weitaus bessere Alternative, vor allem für Mäuse, seien Lebendfallen. Die Mäuse müssten schließlich auch nicht sterben, sagt Martina Süß, zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins Neukirchen. Süß findet es ganz schlimm, dass Rattengift oder Schneckenkorn frei verkäuflich sind. „Die Menschen streuen es einfach in ihren Garten, ohne zu bedenken, wie vielen Lebewesen sie damit schaden könnten“, so Süß. (Lea Beckmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.