Telefonisch waren alle Seigertshäuser Telekomkunden bis zu einer Woche von der Außenwelt abgeschnitten

Kein Anschluss über viele Tage

Heiko Wagner

Seigertshausen. Jahrzehnte zurückversetzt fühlten sich die meisten Seigertshäuser in den vergangenen Tagen, doch von Romantik keine Spur: Bis zu sieben Tage war ihr Telefonnetz lahmgelegt, und das sowieso immer wackelige Mobilfunknetz ging stundenweise auch noch in die Knie.

Vor genau einer Woche war es zum Hauptleitungsschaden gekommen, noch am gestrigen Donnerstag waren nicht alle Seigertshäuser wieder am Netz.

„So etwas können sich Geschäftsleute doch gar nicht leisten“, sagt dazu Heiko Wagner, Dachdecker- und Zimmermeister aus Seigertshausen. Er weiß von mehreren Betrieben, die tagelang vom Netz abgeschnitten waren. Obwohl die Störung laut Telekom bereits seit Montagabend behoben sein sollte, hätten gestern noch nicht alle Telekomkunden in dem kleinen Knülldorf wieder Verbindung gehabt.

Laut einer Sprecherin der Telekom (Bonn) hat das Unternehmen überhaupt am Montag erst von der Störung erfahren und diese schnellstmöglich behoben. Seit Dienstagmittag sei alles wieder in Ordnung.

Stimmt nicht, „wir haben uns ja das ganze Wochenende in Warteschleifen herumgeschlagen“, hält Ortsvorsteher Gerhard George dagegen. Auch seien schon am Freitag Telekom-Servicewagen gesichtet worden. Der kleine Ort sei ja Kummer gewöhnt, Mobilfunk und Internetversorgung sind von jeher dürftig, „aber in dem Maß hatten wir das noch nie“.

Schlimm sei es etwa für eine ältere Seigertshäuserin gewesen, deren Ehemann gerade ins Krankenhaus gebracht worden war. Sie habe tagelang keinen Kontakt herstellen können. Für Ortsvorsteher George ist die Behauptung der Telekom, die Störungsmeldung sei viel zu spät gewesen, unglaubwürdig und vorgeschoben: „Die wollen sich nur vor Regressansprüchen absichern.“ Er findet: „Ein oder auch zwei Tage muss man so etwas hinnehmen, aber so geht es nicht.“

Das meint auch Handwerksmeister Wagner: „Wir kennen alle schon die Callcenter-Telefonnummer der Störungsstelle auswendig.“

Er ist der Auffassung, dass ein so kleines Dorf mit etwa 150 Telekomanschlüssen dem Unternehmen einfach nicht wichtig sei, „man kriegt von denen knallhart gezeigt, wo man wohnt“. Fotos: privat/aqu

Von Anne Quehl

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