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Kein Karneval in der Pandemie: Maike Drescher ist Närrin seit Kindertagen

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Von: Lea Beckmann

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Maike Drescher und Tochter Luisa zeigen ihr Erinnerungsstück, das sie bekommen haben, als Familie Drescher 2018 das Prinzenpaar war.
Maike Drescher und Tochter Luisa zeigen ihr Erinnerungsstück, das sie bekommen haben, als Familie Drescher 2018 das Prinzenpaar war. © Lea Beckmann

Wieder ein Jahr ohne Karneval – seit zwei Jahren müssen die Karnevalsbegeisterten pandemiebedingt auf alle Faschingsveranstaltungen verzichten.

Treysa – „Wir vermissen es sehr“, sagt Maike Drescher (42) vom Karnevals-Komitee der Liedertafel Treysa. Sie trainiert die Kinder- und Jugendgarde und das Männerballett.

Drescher wurde die Begeisterung zum Karneval quasi in die Wiege gelegt. „Meine Mutter trainierte damals die Garde und mein Vater war Sitzungspräsident. Ich war schon beim Karneval, da war ich noch bei meiner Mutter im Bauch“, sagt sie und lacht. Mit sechs Jahren hat Drescher selbst in der Garde angefangen. „Da war ich mindestens 15 Jahre.“ 2018 war Familie Drescher das Prinzenpaar: „Das war eine Ehre.“ Und die große Leidenschaft hält bis heute an. Umso mehr vermisst sie die Narrenzeit. „Das Zusammensein und das gemeinsame Gestalten, um anderen eine Freude zu machen, fehlt uns“, erklärt die 42-Jährige. Zum Beginn der Corona-Pandemie habe noch die Vernunft gesiegt und man habe es nachvollziehen können, dass solche Veranstaltungen nicht stattfinden dürfen, aber mittlerweile „bin ich sauer auf Corona.“

Und auch ihre achtjährige Tochter Luisa fand die vergangenen zwei Jahre ohne den Karneval nicht schön. Wie ihre Mutter war auch Luisa schon vor der Geburt, im Bauch ihrer Mutter, beim Fasching dabei. Als die Pandemie begann, war Luisa sechs Jahre alt. „Bei uns dürfen die Kinder ab dem siebten Lebensjahr in die Garde, genau die ersten zwei Jahre wo sie gedurft hätte, wurden ihr geraubt“, sagt Maike Drescher. Doch umso größer ist mittlerweile die Vorfreude der Achtjährigen. „Ich freue mich riesig, wenn ich auch endlich dabei sein kann“, sagt Luisa.

Christian und Maike Drescher waren 2018 zusammen mit Tochter Luisa das Prinzenpaar.
Christian und Maike Drescher waren 2018 zusammen mit Tochter Luisa das Prinzenpaar. © Karnevals-Komitee Treysa

Die Pandemie hat alles zum Stillstand gebracht, kein Training der Garde, keine Auftritte in Grundschulen und im Kindergarten und kein Spalierstehen auf Hochzeiten. Und auch die Regentschaft vom Prinzenpaar, Lisa I. und Christian III. von der Malerkolonie, liegt seit zwei Jahren auf Eis. „Man hatte auf einmal auch so schrecklich viel Zeit“, erklärt Drescher. Sie und ihre Tochter sind dann ganz oft spazieren gegangen und haben Steckpferde genäht, aber „das alles konnte nicht die Karnevalsvorbereitungen ersetzen.“

Doch ein wenig Karneval war in den zwei Jahren bei Familie Drescher trotzdem im Haus. „Vergangenes Jahr haben wir uns an Rosenmontag zu Hause verkleidet und ich habe auch gesagt, dass ich an Rosenmontag Urlaub brauche – seitdem ich sechs Jahre bin, hatte ich den Tag immer frei“, sagt Drescher.

Maike, Mann Christian, der im Neustädter Karneval aktiv ist, und Luisa Drescher sind zuversichtlich, dass dieses Jahr wieder die Narrenzeit, so wie man sie kennt, stattfinden wird. „Ich bin wirklich optimistisch, aber es ist auch eine gewisse Angst dabei“, sagt Maike Drescher. Sie sei gespannt, ob die Kinder noch genauso motiviert seien, wie vor der Pandemie. „Wir wollen da starten, wo wir damals aufgehört haben.“ (Lea Beckmann)

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