Kein Platz für Ausgrenzung und Hass

Pogromgedenken in Frielendorf mit Schülern und Posaunenchor

Gestalteten das Gedenken mit: von links Niclas Bachmann, Luca Wenzel, Amina Demirbas, Caroline Eidam und Mia Walther.
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Gestalteten das Gedenken mit: von links Niclas Bachmann, Luca Wenzel, Amina Demirbas, Caroline Eidam und Mia Walther.

Auch in Frielendorf gab es in dieser Woche anlässlich der Reichspogromnacht eine zentrale Gedenkveranstaltung. Die Ereignisse von damals dürften niemals in Vergessenheit geraten, so Bürgermeister Thorsten Vaupel.

Frielendorf. „Du fehlst“ – so das Statement der Ohetalschüler anlässlich des Reichspogromgedenkens am Dienstagabend vor der ehemaligen Synagoge in Frielendorf. Die Siebt- und Achtklässler trugen die Werke „Ich bin ein Stern“ von Inge Auerbacher und Aaron Domnitz „Die Nacht“ vor.

Die Schüler lasen die gereimten Verse der KZ-Überlebenden und ließen damit nicht zu, dass der Stern in der Symbolik des Antisemitismus verbleibt. „Wenn Sie über mich lachen, wenn Sie mich schelten, für mich soll der Stern etwas anderes gelten. Sie starren mich an, Sie zeigen auf mich, sie sind ohne Stern, der Stern bin ich“, reimte einst das junge Mädchen im KZ-Theresienstadt. Pfarrer Marco Firnges griff den Missbrauch der Symbolik des Sterns auf und fragte, ob wir heute wirklich in anderen Zeiten leben.

Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit

Bei einem Wahlergebnis der AfD von 14,5 Prozent und rassistischen Morden in Hessen sowie täglichen Begebenheiten mit Alltagsrassismus müssten längst Zeichen gegen Ausgrenzung und Hass gesetzt werden. So warb Firnges für Türschilder mit dem Slogan „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“, die sich die rund 100 Gedenkfeierteilnehmer am Ende der Zusammenkunft mit nach Hause nehmen konnten.

Bürgermeister Thorsten Vaupel rief die Fakten der Reichspogromnacht in Erinnerung, wo rund 2800 Synagogen und Betstuben zerstört wurden. Die Erinnerungen würden verblassen, die antisemitischen Gewalttaten nähmen aber immer mehr zu. „Immer mehr Straftaten gegen Juden und das, obwohl es seit 1700 Jahren jüdisches Leben in Deutschland gibt“, sagte Bürgermeister Thorsten Vaupel. Unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung und dem Mangel an persönlichen Begegnungen während der Corona-Pandemie verschärfe sich die Situation zusehends.

In den sozialen Medien würden immer öfter rechtsextremistische Statements gelikt oder mit lachenden Smileys versehen. „Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit“, warnte der Bürgermeister.

Der Posaunenchor umrahmte die Gedenkfeier musikalisch und sowohl der Pfarrer als auch der Bürgermeister legten zum Gedenken der Opfer des Holocausts einen Kranz nieder. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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