Mit der Kamera im Museum

Kinder drehen in Holzburg Film über das Leben um 1900

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Hatten Spaß im Museum: Von links Greta Daum, Lena Prinz, Marie-Lena Henkel, Marie-Lara Schmitt und Matilda Schiefer drehten im Schwälmer Dorfmuseum Holzburg einen Film über das Leben um 1900. Im Hintergrund Medienpädagoge Bo Friedrich vom Medienblitz Kassel.

Dass Geschichte nicht dröge und langweilig sein muss, konnten 31 Kinder in dieser Woche im Dorfmuseum der Schwalm in Holzburg erleben.

Begleitet von drei Medienpädagogen vom Verein Medienblitz aus Kassel und Museumsleiterin Heidrun Merk machten die Kinder nicht nur einen Zeitsprung in dem Alltag einer Bauernfamilie im Jahr 1900, sondern drehten über ihre Erlebnisse einen kleinen Film.

Für einen Tag verwandelte sich das Museum in ein Filmset: Es gab Ton, Lichttechnik, Kameras und natürlich durfte auch die obligatorische Klappe nicht fehlen. Sprecherrollen mussten verteilt und ein einfaches Drehbuch geschrieben werden. Um den Schnitt kümmerten sich die Profis von Medienblitz.

Die Gestaltung des Dokumentarfilms mit szenischen Elementen erarbeiteten sich die jungen Filmemacher gemeinsam mit den Profis aus Kassel. Eine zentrale Einstellung spielte in der Schwälmer Schlafkammer. Laut Drehbuch waren dort zwei Kinder eingeschlossen worden und am nächsten Morgen im historischen Nachthemd als Bauern aufgewacht – der Einstieg in den Film. Man habe lediglich einen groben Rahmen vorgegeben, erklärte Medienpädagoge Michael Wolf: „Die Kinder können sich mit eigenen Ideen einbringen.“

Museumsleiterin Heidrun Merk

Die Filmcrew war mit Eifer und konzentriert bei der Sache. Vormittags standen zwei Einstellungen auf dem Drehplan: Während eine Gruppe auf einer Wiese für den Film das Mähen von Gras für die Heuernte aufnahm, wurde in der historischen Küche unter anderem das Waffelbacken nachgestellt, im Mittelpunkt der Küchenaufnahme Marie-Lena Henkel. Mit dem gusseisernen Waffeleisen zeigte die kleine Schauspielerin die Handhabung des Küchengeräts. Kameramädchen Lena Daum hielt die Szenerie mit der Digitalkamera fest.

Gleichgültig was gemacht wurde – Filmdreh oder Umgang mit den Handwerksgeräten – die Kinder durften sich ausprobieren und auch aus Fehlern lernen. Medienpädagoge Bo Friedrich und seine Kollegen hielten sich im Hintergrund, standen aber bei Problemen anleitend zur Seite.

Das Museum sei heute ein Museum zum Anfassen, freute sich Museumsleiterin Heidrun Merk und machte sich für den Außendreh auf die Suche nach alten Rechen und einer historischen Sense.

Vom Gras zum Heu: Medienpädagoge Susanne Holbein zeigt Moritz Reif den Umgang mit der Sense.

Und genau hier lag für die Organisatoren auch der Charme des spannenden Ferienprojekts: Auf der einen Seite herkömmliche Gerätschaften und auf der anderen modernstes Filmequipment. So werde die Vergangenheit lebendig und für Kinder auf spannende Art und Weise greifbar, meinte Friedrich: „Die Kinder sollen einen Einblick in die damalige Zeit bekommen und erfahren, wie das Leben früher war.“

Für den museumspädagogischen Aktionstag habe es von der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen 1000 Euro geben, so Museumsleiterin Merk: „Das ganze läuft unter dem Modellprojekt Landkulturperlen-Nord.“ Durchführung und Organisation lagen in den Händen des Museums. Der Verschönerungsverein Holzburg rund um Doris Berger stand unterstützend zur Seite und kümmerte sich im Hintergrund um die Versorgung der Filmcrew. Der fertige Film soll später bei Youtube und auf der Seite von Medienblitz zu sehen sein.

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