Kindergarten in Seigertshausen: Nun droht doch das Aus

Fröhliche Kinder: Unsere Aufnahme mit vier der derzeit zwölf Kindergartenkinder Seigerthausen entstand gestern, von links Mattis Schmidt, Til Wagner, Joel Luckhardt, Paula Schole. Foto: Vorrath

Neukirchen. Wenn sie ihren Kindergarten Wirbelwind verlieren sollten, dann wenigstens nicht kampflos: Eltern aus Seigertshausen wollen alle Hebel in Bewegung setzen, damit es im kommenden Jahr weitergehen kann.

Sylwia Luckhardt hat große Bedenken: „Wenn er einmal geschlossen ist, wird er sicher nie mehr öffnen.“

Die Zahlen sehen leider nicht rosig aus. Derzeit werden zwölf Jungen und Mädchen von zwei Kräften betreut, doch ab dem 1. August wären es wohl nurmehr sieben. Damit steht das voriges Jahr abgewendete Schließungsszenario wieder groß im Raum.

Das aber wollen die Eltern und viele Seigertshäuser nocheinmal verhindern. Sylwia Luckhardt: „Wir wollen, dass der Standort erhalten bliebt, es könnte doch schon nächstes Jahr wieder viel besser aussehen.“ Wenn Krippenkinder unter drei Jahren hinzukämen, würde ein anderer Betreuungsschlüssel gelten. Ein Vorschlag lautet, dass Kinder aus Christerode und Hauptschwenda die Gruppe mit besuchen oder Kinder von auswärts angeworben werden.

Bürgermeister Klemens Olbrich, der für vorige Woche zu einem zweiten Ortstermin geladen hatte, möchte keine Spekulationen. Die Lage sei seit dem vorigen Jahr kritisch und im März solle sich die Stadtverordnetenversammlung mit dem Thema beschäftigen, auch, damit die Seigertshäuser Eltern Planungssicherheit bekommen. Für die anstehende Entscheidung werde sauber und ordentlich eine Vorlage erarbeitet.

Eingeladen zu dem Termin im Kindergarten waren auch die Fraktionsführer, vor Ort war dann Bernd Grossmann (SPD), der dem eingruppigen Kindergarten bisher immer die Stange gehalten hatte. Doch auch er sprüht nicht gerade vor Optimismus. Es sei schwierig, solch eine kleine Gruppe zu belassen, man müsse auch die Kosten im Blick haben. Schon heute fahre die Kinderbetreuung in Neukirchen ein Jahresdefizit von 850 000 Euro ein, mit der Änderung der hessischen Förderungsmodalitäten im nächsten Jahr werde sich das Defizit pro Kopf und Kind von heute 3500 Euro in kleinen Gruppen wohl weiter verschlechtern. Die Belegung mit Kindern aus Hauptschwenda und Christerode würde nur eine Verlagerung der Problematik bedeuten, so Grossmann.

Von Anne Quehl

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