Üble Fotos auf dem Handy

Familienvater für Besitz von Kinderpornografie verurteilt

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Mann im Schwalm-Eder-Kreis hatte kinderpornografische Bilder auf seinem Smartphone gespeichert. (Symbolbild)

Zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilte das Amtsgericht Schwalmstadt einen Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften.

  • Familienvater wegen Besitz von Kinderpornografie vom Amtsgericht in Schwalmstadt verurteilt
  • Mann hat eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten erhalten, sie wurde zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt
  • Angeklagter hatte Kinderpornografie auf dem Handy

„Dies ist kein Kavaliersdelikt“, stellte Richterin Pöllmann klar. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, über einen längeren Zeitraum 45 einschlägige Bilder aus mehreren Internet-Chats auf seinem Handy abgespeichert zu haben. „Das ist eindeutig eine Straftat“, so die Richterin. „Was würden Sie machen, wenn Sie Ihre Tochter auf Bildern wie diesen sehen würden?“, fragte die Richterin den 48-Jährigen. 

Er würde durchdrehen, so der berufstätige Ehemann undVater einer knapp zehnjährigen Tochter, seit vielen Jahren Feuerwehrmann in seinem Heimatort. 

Kinderpornografie auf dem Handy: Richterin redet Familienvater ins Gewissen

Eindringlich wandte sich die Richterin an den Angeklagten, der im Zuge des Verfahrens bereits gezwungen war, seine Arbeitsstelle zu wechseln. „Können Sie verstehen, wie es auf ein Kind wirkt, das in seinem Leben eine solche Erfahrung gemacht hat? Haben Sie den Kindern auf den Bildern mal ins Gesicht gesehen? Sehr amüsiert schauen die nicht aus.“

Erst im Nachhinein habe der Angeklagte sein sträfliches Verhalten erkannt, so der Verteidiger. Er habe sich die Bilder nicht aus eigenem Antrieb beschafft, sondern sie seien an ihn herangetragen worden. Reiz und Neugier seien jedoch so groß gewesen, dass er dem nachgegeben habe.

Amtsgericht in Schwalmstadt: Bewährungsstrafe Kinderpornografie auf dem Handy

Die sechsmonatige Freiheitsstrafe wurde zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt. Zugunsten des Angeklagten wirkte es sich aus, dass er in vollem Umfang geständig und nicht vorbestraft war. 

Damit folgte die Richterin dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Der mögliche Strafrahmen umfasste eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. 

Familienvater muss wegen Kinderpornografie Geld an Stiftung zahlen

Der Angeklagte hat die Kosten des Verfahrens zu tragen. Ferner muss der Familienvater innerhalb der nächsten vier Monate eine Zahlung von 2000 Euro an die Kinderhospizstiftung in Olpe leisten und sich zur möglichen Diagnose Pädophilie einer psychotherapeutischen Beratung unterziehen.

„Man muss sich damit beschäftigen, woher das kommt“, so die Richterin. Dabei gehe es darum, auszuschließen, dass die Tat auf einer sexuellen Neigung beruht. Pöllmann: „So etwas macht man nicht aus Langeweile.“

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