Teilnehmer der Frühjahrssynode beschäftigten sich mit einer Mitgliedschaftsuntersuchung der EKD

Kirchengemeinden schrumpfen weiter

In der Kirche in Hausen trafen sich die Synodalen des Kirchenkreises. Fotos: privat/Grede

Schwalm. Alle zehn Jahre untersucht die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ihre Mitgliederschaft. Mit der Auswertung der inzwischen fünften Studie beschäftigten sich die Mitglieder der Frühjahrssynode des Kirchenkreises, die am Wochenende unter Vorsitz von Andreas von Hubatius in Hausen tagte.

Zu Gast war Prof. Dr. Gerhard Wegener, der Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD. Er stellte Ergebnisse und Deutung der Untersuchung den Synodalen vor und diskutierte anschließend mit ihnen darüber. Zentrales Thema war dabei laut Dekan Christian Wachter die Bindungskraft, die die Kirche zunehmend einbüßt: Kirchlichkeit und Religiosität entkoppeln sich. Zu verzeichnen sei eine „Zunahme der religiösen Indifferenz“, erklärte Pfarrer Dirk Glitzenhirn, im Kirchenkreis zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, im Redaktionsgespräch. Wobei, so Dekan Wachter, die Kirche sehr unterschiedlich aufgestellt sei. Dennoch schwinde, wenn auch in unterschiedlichem Tempo, fast überall die religiöse Sozialisation. Gerade viele der jüngeren Altersgruppen denken über Kirchenaustritte nach. Während in den neuen Bundesländern schon mehrere Generationen ohne kirchliche Prägung aufwachsen, ist inzwischen auch für Westdeutschland schon eine ungünstige Dynamik zu beobachten.

Eine Tendenz, die hier in der Region noch verhalten spürbar ist. Im ländlichen Raum sei die Verbundenheit zur Kirche insbesondere im ehrenamtlichen Engagement noch deutlich spürbar, so der Präses der Kreissynode, von Hubatius. Das sei eine Bestärkung darin, dass der persönliche Kontakt noch entscheidend sei.

Dennoch spiegeln – wenn auch nicht extrem – die Mitgliederzahlen im Kirchenkreis Ziegenhain den bundesweiten Trend wider. Den Kirchengemeinden im südlichen Schwalm-Eder-Kreis machen allerdings mehr die demographischen Veränderungen zu schaffen. So ist in der Schwalm die Zahl der evangelischen Kirchenmitglieder im vergangenen Jahr um 521 Menschen auf 41 973 gesunken. Im wesentlichen sei das durch Sterbefälle und Wegzug bedingt. 150 davon seien aus der Kirche ausgetreten, so Dekan Wachter.

Von Sylke Grede

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