Mehr zum Thema: Altkreis Ziegenhain vom Kindergartenstreik nicht betroffen

Kitas bleiben geöffnet

Die pädagogische Arbeit in den Kindergärten wird oft nicht wertgeschätzt und noch dazu nicht gut bezahlt: Die Gewerkschaft Verdi ruft die Erzieherinnen ab morgen zum Streik auf. Dennoch bleiben die meisten Einrichtungen in unserer Region geöffnet. Foto: dpa

Schwalm-Eder. Die Gewerkschaft Verdi ruft Erzieh-erinnen zu unbefristeten Streiks in Kindertagesstätten auf. Bereits morgen geht es los. Auch Kitas im Schwalm-Eder-Kreis sind betroffen – in Homberg, Melsungen, Körle und Edermünde. Die Kitas im Altkreis Ziegenhain beteiligen sich hingegen nicht am Streik.

Sie begründen ihre Enthaltung damit, dass ihre Erzieherinnen nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Zum Beispiel die Kita „Villa Kunterbunt“ in Neukirchen. „Wir haben unter unseren Erzieherinnen keine Gewerkschaftsmitglieder, also wird auch nicht gestreikt“, sagte Heidi Gischler, Leiterin der „Villa Kunterbunt“. Die Pädagogin sieht den Streik aber als gerechtfertigt. „Es ist wichtig, Erzieher besser zu entlohnen. Die Aufgaben und Anforderungen sind während der vergangenen 20 Jahre stetig gestiegen.“

Dass es zu wenig männliche Erzieher gibt, liegt Gischlers Meinung nach ebenfalls an der niedrigen Bezahlung. „Von einem Erziehergehalt kann man keine Familie ernähren. Deshalb haben wir kaum männliche Erzieher in unseren Kitas.“

Auch die Kita „Regenbogen“ in Ziegenhain und die Kindertagesstätte Ottrau begründet die Nichtteilnahme am Streik mit dem Hinweis, dass die Erzieherinnen nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Ebenso verhält es sich in Schrecksbach. Die „Kita im Schlossgarten“ ist nicht am Streik beteiligt. Mehr war dazu gestern nicht zu erfahren.

Große Welle der Sympathie

Die Tarifauseinandersetzung mobilisiert offenbar viele Beschäftigte aus den Sozial- und Erziehungsberufen. Der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat sie offenbar auch einen großen Mitgliederzulauf beschert. „Teilweise haben sich uns ganze Belegschaften angeschlossen“, sagt Bezirksgeschäftsführer Axel Gerland. Wie hoch der Mobilisierungsgrad sei, habe die Teilnahme an einer Kundgebung in Offenbach gezeigt. 500 Erziehrinnen aus Nordhessen hätten sich der Protestaktion bereits angeschlossen.

Streiken könnten im übrigen alle Mitarbeiter, unabhängig davon, ob sie einer Gewerkschaft angehören oder nicht. Allerdings: Nur Gewerkschaftsmitglieder erhalten dabei Streikgeld.

Die Gewerkschaft lege besonderen Wert darauf, dass sich der Streik nicht gegen die Eltern richte. Die Verantwortung für diesen Schritt trage allein die Vereinigung kommunaler Arbeitgeber, sagte Gerland. Die meisten Eltern hielten eine angemessene Bezahlung für die Erziehung ihrer Kinder für richtig. In den Kindergärten werde eine sehr verantwortungsvolle und gesellschaftlich wichtige Aufgabe geleistet.

Von Daniel Göbel und Heinz Rohde

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