In der Musik zum Wochenschluss standen Frauen des Barock im Mittelpunkt

Klang des Unbekannten

Musizierten im Konzert zum Wochenschluss: Christiane Wittekind, Marion Linse, Cornelia Fiebig, Christian Schäfer und Sonja Lehmann. Foto: Decker

Treysa. In der Musik zum Wochenschluss erklangen am Samstag in der Hephata-Kirche ungewohnte Klänge. Werke italienischer Komponistinnen aus der Zeit des Barock hatte Cornelia Fiebig mit ihrem Ensemble „Alte Musik für Stimme und Instrumente“ erstmalig zu einem kleinen, aber feinen Konzert ausgewählt.

Beginnend mit dem „Quam dulcis es“ der Nonne Isabella Leonarda entführten die fünf Musiker in die typisch fröhliche Musik des Barock. Die für diese Form der Musik ungewöhnlich vielen Sätze des Werkes irritierten das Publikum kurzzeitig und so gab es den ersten Applaus, obwohl das Stück noch nicht zu Ende war.

Die Solisten ließen sich jedoch nicht irritieren und spielten die weiteren Sätze. Die Sopranistin Cornelia Fiebig moderierte die nächsten Stücke an und informierte in kurzen Lebensläufen über die ungewöhnlichen Frauen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Norditalien sei damals die Hochburg der weiblichen Komponistinnen gewesen, sagte Fiebig.

Zwei Passionsstücke aus der Feder von Francesca Cacinni und Claudia Sessa interpretierten die Leidenszeit Jesu kurz vor seiner Kreuzigung, harmonisch von Sonja Lehmann am Cello und Christian Schäfer, Cembalo, begleitet. Mit der „Cara musici“ von Bianca Maria Meda gelang der inhaltliche Übergang von der ernsten, getragenen Stimmung wieder hin zur beschwingten Tonfolge des Barock.

Gefühlen Ausdruck verleihen

In ihrem Stück forderte die Komponistin zuerst die Instrumente auf zu schweigen, um sich ganz auf Jesus konzentrieren zu können, stellte dann aber fest, dass sie die Musik benötige, um ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Das Stück endete mit einem eindrucksvollen „Halleluja“ der jubilierenden Stimme der Sopranistin Cornelia Fiebig, souverän begleitet von Christiane Wittekind, Querflöte, Marion Linse, Violine, Sonja Lehmann, Cello, und Christian Schäfer am Cembalo. Der Abend endete mit zwei weltlichen Vokalkompositionen von Barbara Strozzi, in denen es um die Liebe und die Leidenschaft ging. Claudia Fiebig interpretierte sie mit schauspielerischem Talent und ihrer Stimme war die Empörung anzuhören, dass Amor sich schlafen gelegt habe, statt seine Pfeile abzuschießen.

Die Zuhörer bedankten sich mit einem lang andauernden Applaus bei den Solisten für die wunderbare Musik der immer noch eher unbekannten Komponistinnen.

Von Christiane Decker

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