Sachsenhäuser befürchten durch die Windkraftpläne für Nordhessen eine Verminderung ihrer Lebensqualität

Kleiner Ort, große Windräder

Bald von Windrädern umzingelt? Die Bewohner der Gilserberger Ortsteile Sachsenhausen und Appenhain sprechen sich gegen den Bau weiterer Anlagen aus. Unser Bild zeigt einen Blick auf bereits bestehende Windkraftanlagen in Sachsenhausen. Foto: Göbel

Sachsenhausen. „Wir sind keine Windkraftgegner. Es kann aber nicht sein, dass sich die Anlagen in einigen Lagen derart ballen, dass die Lebensqualität der Anwohner eingeschränkt wird.“ Mit diesen Worten leitete Frank Hülsmann, Vorsitzender des Komitees „Windkraft Sachsenhausen“, den Informationsabend ein, zu dem das Komitee gemeinsam mit den Windkraftkritikern aus Appenhain in das Gasthaus Viehmeier eingeladen hatte. Die wesentlichen Punkte im Überblick:

Umzingelung: Die Sachsenhäuser befürchten durch die Pläne der Regierungspräsidien Kassel und Gießen eine Umzingelung durch Windanlagen. Der Regionalplan des RP Kassel sieht für die Hochlandgemeinde bis zu 50 weitere Anlagen vor, von denen viele im Bereich um Sachsenhausen und Appenhain gebaut werden sollen.

Mehr Mitbestimmung: Die Sachsenhäuser fordern eine Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Behörden. Sie seien direkt von den Plänen für die Gemeinde Mengsberg betroffen, wo vier Anlagen entstehen sollen, die auch in Sachsenhausen zu sehen sein würden. Da obliegt die Kompetenz aber dem RP Gießen.

Umweltschutz: Die Komitees fordern ein unabhängiges Gutachten und eine Umweltverträglichkeitsstudie.

Betroffenheit: Martina Lange-Heinmüller, die mit ihrer Familie zu den Hauptbetroffenen gehört und in weniger als 1000 Meter Entfernung zu den Windrädern in Appenhain lebt, berichtete von ihren täglichen Erfahrungen. Sie machte deutlich, dass Lärm, Beleuchtung und Schattenschlag zu einer Verminderung der Lebensqualität geführt haben. „Wenn weitere Anlagen entstehen, gibt es auf unserem Grundstück keinen Quadratmeter, von dem aus wir nicht auf Windräder blicken.“

Ausblick: Landrat Winfried Becker (SPD) machte deutlich, dass der Bau von Windrädern überwiegend im Landes- und Bundesrecht verankert ist und die Mitsprache der Gemeinde stark eingeschränkt ist. Zudem fehlten für einige Anlagen handfeste Argumente, die gegen den Bau sprechen. Er versicherte den Zuhörern aber, zeitnah über Planänderungen zu informieren. Die Komitees bekräftigten ihr Vorhaben, sich rechtliche Schritte vorzubehalten. Im Falle einer Genehmigung der Anlagen wollen sie einen Anwalt beauftragen. Kommentar

Von Daniel Göbel

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