Soldaten im Homeoffice

Knüll-Kaserne fast menschenleer – Warten auf möglichen Inlandseinsatz

Nur noch der Pappkamerad: In der Knüll-Kaserne in Schwarzenborn versehen nur noch wenige Soldaten des Jägerbataillons ihren Dienst.
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Nur noch der Pappkamerad: In der Knüll-Kaserne in Schwarzenborn versehen nur noch wenige Soldaten des Jägerbataillons ihren Dienst.

Nach Informationen der HNA versehen angesichts der aktuellen Lage um das Corona-Virus in der Knüll-Kaserne in Schwarzenborn nur noch 80 Soldaten ihren Dienst.

Da, wo im Normalbetrieb hunderte Soldaten ein und aus gehen und Bundeswehrfahrzeuge den Verkehr dominieren, nimmt der Bobachter menschenleere Straßen wahr: Nach Informationen der HNA versehen angesichts der aktuellen Lage um das Corona-Virus in der Knüll-Kaserne in Schwarzenborn nur noch 80 Soldaten ihren Dienst – überwiegend im Stab des Jägerbataillons. 

Konkrete Zahlen will der stellvertretende Kommandeur, Oberstleutnant Marco Koch, nicht bestätigen. Er sagt aber: „Alle Soldatinnen und Soldaten, die nicht zwingend am Standort benötigt werden, befinden sich im Dienst zu Hause.“ Bis Mitte der Woche gab es keinen bestätigten Verdacht oder eine erkannte Erkrankung bei einem der Soldaten des Jägerbataillons.

Insgesamt zählen circa 1000 Soldaten zu den Schwarzenbörner Jägern.

Einsatz in Afghanistan geht weiter

Kommandeur Oberstleutnant Wolfgang Schröder befindet sich seit Anfang des Jahres mit 230 Soldaten der Schwarzenbörner Infanterietruppe im Norden Afghanistans. Auch ihr Einsatz wird vom Corona-Virus bestimmt. „Die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind für uns auch in Afghanistan der Maßstab, um unsere Soldaten hinreichend zu schützen und gleichzeitig unseren Auftrag zu erfüllen“, erklärt Oberstleutnant Koch. Laut Medienberichten soll es bereits Überlegungen geben, die Gesamtstärke von 1300 Soldaten der Bundeswehr dort bis zum Sommer um 250 zu reduzieren. 

Die Weltgesundheitsorganisation gab gestern Mittag 80 bestätigte Covid-19-Fälle dort an. Von einer hohen Dunkelziffer ist auszugehen. Die meisten gibt es im Westen des Landes. Insgesamt gebe es einen regen Austausch mit den Schwarzenbörner Einsatzsoldaten, so Koch.

Soldaten sollen Leistungsfähigkeit erhalten

Auf die Frage, was die Soldaten im Homeoffice machen, antwortet Koch: „Die Soldaten haben den Auftrag, sich auf zukünftige Ausbildungen vorzubereiten, gemäß den Maßgaben RKI die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten, und letztlich sind sie in der Bereitschaft, einen schnellen Aufwuchs zur Bewältigung des Corona-Virus zu gewährleisten“. 

Zum Thema über einen möglichen Einsatz im Inland erklärt er: „Unsere Soldatinnen und Soldaten sind hoch motiviert und einsatzbereit.“ Ansonsten sei er dafür nicht der Ansprechpartner. Für Möglichkeiten der Amtshilfe sei in Hessen das Landeskommando in Wiesbaden zuständig.

Aktuell werden 66 Millionen Euro auf dem Kasernengelände für den Bau von 380 Einzelunterkünften investiert.

Diese Arbeiten – ein bundesweites Pilotprojekt von Land und Bund – laufen weiter.

Von Sylke Grede

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