Coronavirus trifft auch Pferdesportler

Pferdeliebe in besonderen Zeiten: Kreisreiterverein Schwalmstadt steht vor Herausforderungen

Pferdesport in Zeiten von Corona 
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Die Gesundheit geht vor – auch im Stall: Sophie Koch und Franziska Schäfer vom Kreisreiterverein der Schwalm kümmern sich nach wie vor um das Wohlergehen ihrer Tiere.

Die Auswirkungen des Coronavirus treffen auch Pferdesportler mit besonderer Härte. Es herrscht viel Unsicherheit darüber, wie die Versorgung der Pferde sichergestellt werden kann.

Auch beim Kreisreiterverein in Ziegenhain. Seit Beginn der Corona-Pandemie werden die Einstaller täglich vor neue Herausforderungen gestellt. Unklarheit herrschte, wie genau die Anlage überhaupt noch zu nutzen sei, erklärt Janina Riebeling, Sprecherin des Vereins.

Es herrschen besondere Regeln

„Wir halten uns an die Richtlinien, die uns die FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) mit auf den Weg gibt.“ Die Anlage an der Lämmerweide ist schon seit einigen Wochen für Unbefugte gesperrt, auch Kinder der Einstaller werden nicht mehr mitgenommen, der Schulbetrieb ist eingestellt. Doch auch für jeden Einstaller (siehe Hintergrund) herrschen besondere Regeln, Absprachen werden getroffen, um so wenig Menschen wie möglich gleichzeitig auf der Anlage zu wissen. „Wir haben Schilder aufgehängt und es wird Buch darüber geführt, wer, zu welchem Zeitpunkt bei welchem Pferd war“, erklärt Riebeling. Nur eine Person pro Pferd ist erlaubt, gefüttert werden die Tiere vom Futtermeister.

Frühe Jahreszeit ist ein Problem

Besonders die frühe Jahreszeit sei ein Problem. Da die Tiere noch nicht angeweidet wurden, könnten sie leicht an Hufrehe, einer Entzündung der Huflederhaut, erkranken, sollten sie einfach auf die Wiese gestellt werden. Für gewöhnlich werden die Pferde im Frühjahr pro Tag maximal 15 Minuten auf die Weide gestellt, um gerade junge Tiere an das Gras zu gewöhnen. „Wir müssen die Pferde bewegen, so sieht es das Tierschutzgesetz vor, allerdings können wir das ausschließlich im Gelände oder unter strengen Vorschriften auf der Anlage“, verdeutlicht die Sprecherin.

Geritten wird nicht mehr

Pro Pferd und Einstaller müssen 200 Quadratmeter Platz gewährleistet sein, geritten wird nicht mehr, auch nicht zu Trainingszwecken. Für die Reithalle in Ziegenhain bedeutet das, dass nur noch die 31 Pferde, die tatsächlich ihre Box an der Lämmerweide haben, auch dort bewegt werden dürfen. Pferden von benachbarten Höfen oder Privatpersonen ist die Nutzung untersagt. „Die FN setzt sich auf politischer Ebene dafür ein, dass Reitvereine unter bestimmten Vorgaben im Sinne der Gesundheit von Menschen und Tieren agieren können“, erklärt Riebeling. Desinfektionsmittel und Handschuhe sind für gewöhnlich nicht Teil der Standartausrüstung von Reitern, in Ziegenhain sind sie nun Pflicht. „Jeder Einstaller hat im Normalfall sein eigenes Striegelzeug, jedoch werden Mistgabeln oder Besen von allen genutzt.“

Gerade hierbei sei es wichtig, sich durch Handschuhe und gründliches Desinfizieren zu schützen.

Hintergrund: 31 Boxen sind belegt 

In der Anlage an der Lämmerweide hat der Verein 31 Boxen, sechs davon sind durch vereinseigene Schulpferde belegt, die restlichen durch Privatpferde. Mit Einstaller sind die Pferdebesitzer gemeint. Der Verein unterscheidet zwischen Einstallern und Anfahrern. Die Einstaller haben die Pferde im Vereinsstall untergebracht, die Anfahrer haben ihre Pferde in Privatställen, meist bei sich zu Hause, stehen und kommen auf die Lämmerweide um ihre Pferde zu bewegen. Das ist bei Einhaltung sämtlicher Vorgaben auch aktuell erlaubt. Prinzipiell ist die Anlage zur Zeit gesperrt. Für Unbefugte ist der Zutritt verboten. Und dazu zählt auch Janina Riebeling als Geschäftsführerin, da sie zur Zeit dort kein Pferd untergebracht hat, was sie vor Ort versorgen müsste.

Auch die Felsberger Reittrainerin Sina Lippe bangt derweil um ihre Existenz, zum Artikel geht es hier.

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