Für die Betreuung von Krabbelkindern in der Kleingruppe zahlen Eltern bis zu 200 Euro

Krippe: Babys kosten mehr

Landwirtschaftsamt wird Kindergarten: Im April sollen fünf Gruppen, darunter eine Krippengruppe, in das Gebäude im Ziegenhainer Steinweg einziehen. Zurzeit wird der linke Flügel hinten im Bild dafür umgebaut. Foto: Quehl

Schwalmstadt. Nach lebhafter Diskussion haben sich Schwalmstadts Stadtparlamentarier am Donnerstagabend festgelegt: Für die Betreuung von Kleinkindern müssen Eltern monatlich bis zu 200 Euro bezahlen. So viel wird die Ganztagsbetreuung in Krippengruppen mit je zehn Plätzen kosten.

Die Entscheidung über die Gebühren stand an, weil der Krippenbetrieb im ehemaligen Landwirtschaftsamt im April beginnen soll. Bisher gibt es in der Stadt lediglich in Hephata ein entsprechendes Angebot. Entstehen sollen zehn Krippenplätze als nächstes im Ex-Feldwebelheim in Treysa, dort zieht voraussichtlich im Frühherbst das Kinderhaus Rappelkiste ein.

Drei Gebührenvorschläge

Zur Wahl standen drei Gebührenmodelle, die die Stadtverwaltung entworfen hatte. In den Ausschüssen wurde seit November über die Beträge diskutiert. Entschieden hat sich die große Mehrheit schließlich für das mittlere Modell. Modell 1 wäre für die Eltern bei Ganztagsbesuch zehn Euro günstiger gewesen, Modell 3 20 Euro teurer.

Keinen Anklang fand der Antrag von Andreas Eckard (Bündnis 90/Grüne). Er schlug vor, bei den Gebühren keinen Unterschied zwischen der Betreuung von Kindern ab zwei in altersgemischten Gruppen und Kleinkindern in der gesonderten Krippengruppe zu machen (Beträge im Hintergrund unten). Außer seiner Fraktion stimmte nur Volker Kaphingst (Linke) mit.

„Wir machen ein gutes Angebot“, sagte Michael Schneider (SPD): „Bei unserer Finanzlage können wir es uns leider nicht leisten, auf die Gebühren zu verzichten.“ Ähnlich argumentierte für die CDU Andreas Göbel: „Wir müssen das Geld nehmen, so leid es uns tut.“

Zuvor forderte Andreas Eckard, die Kinderbetreuung sollte wegen des Mangels an Geburten kostenlos sein („unglückliches Signal an die Eltern verhindern“). Die vorgeschlagene Krippengebühr nannte er unverhältnismäßig hoch. Die Einnahmen daraus seien in der Summe aber nicht hoch und sollten allenfalls auf alle Eltern umgelegt werden. Dem pflichtete Volker Kaphingst bei.

FWG-Sprecher Heinrich Gringel meldete demgegenüber Skepsis an: „Ich bezweifele, dass eine Familie wegen dieser Kosten auf ein Kind verzichtet.“ Die Arbeitsmarktsituation sei der tatsächliche Grund dafür, dass immer weniger Kinder zur Welt kommen. Michael Schneider verwahrte sich dagegen, dass die Gebührenordnung unsozial sei. Wer nicht zustimme, entziehe sich der Verantwortung.

Schließlich große Mehrheit

In der Abstimmung reichten die 13 Stimmen von SPD und FWG nicht, um das teuerste Gebührenmodell (220 Euro) durchzusetzen. Insgesamt 24 Stimmen aus allen Fraktionen außer denen von Grünen und Linker sammelten sich am Ende für das mittlere Modell.

Fallen gelassen wurde eine zunächst geplante Gebühr in Höhe von 20 Euro für die Nutzung von Ferienbetreuung.

Von Anne Quehl

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