Vernissage zum Auftakt

Kultursommer Nordhessen: Klosterpark wird zum offenen Atelier

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Lassen die Späne fliegen: (von links) Kristina Fiand, Daniela Schönemann, Regina Hawellek, Matthias Hess, Ernst Groß, Petra Schwenzfeier und Raimund Göbner werden sechs Kunstwerke zu Grundfragen des christlichen Glaubens schaffen.  

Spieskappel. Einschlag trifft Katechismus. Hinter dem martialisch anmutenden Satz verbirgt sich ein spannendes Kunstprojekt. 

In den nächsten vierzehn Tagen werden sich sechs Künstler im Klosterpark Spieskappel durchaus kritisch mit dem Katechismus auseinandersetzen und gewaltige Eichenstämme in Kunstwerke verwandeln. Ein Stamm verbleibt in Spieskappel, die anderen sollen entlang des Katechismuspfads einen Platz finden und dort zum Nachdenken anregen.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde jetzt in der Klosterkirche Spieskappel das Künstlersymposium eröffnet. Rund 100 Besucher waren gekommen, um die teilnehmenden Holzbildhauer kennenzulernen. Eine kleine Kunstausstellung im Seitenflügel der Kirche lud zum Betrachten und miteinander diskutieren ein. Er sei auf den Schaffensprozess und die Ergebnisse gespannt, sagte Spieskappels Pfarrer Marco Firnges: „Schön, dass wir Gastgeber sein dürfen.“

Frielendorf habe mit dem Silbersee nicht nur den „abwechslungsreichsten Quadratkilometer in Hessen“, sondern in den nächsten Wochen wohl auch das spannendste Freiluftatelier Deutschlands, freute sich Bürgermeister Thorsten Vaupel: „Das ist schon grandios.“ Der Katechismus brauche solche Einschläge, stellte Dekan Christian Wachter fest. Auch mithilfe solcher Kunstprojekte sei es den Menschen möglich, sich mit Glaubensfragen auseinanderzusetzen. Dem schloss sich die Pröpstin des Sprengels Bad Hersfeld, Sabine Kropf-Brandau, an: „Ich stelle mir vor, das hätte Luther gefallen.“

Vertrauen zu Künstlern

Es sei toll, dass der Auftakt mit so vielen Menschen beginne, so der künstlerische Leiter Ernst Groß. Bei den entstehenden Kunstwerken handele es sich nicht um Auftragskunst, betonte Groß und lobte das Vertrauen zwischen Künstlern und Kirche: „Die Gemeinde wisse bis heute nicht, was herauskommen wird.“ Alle Baumstämme stammen aus der Region. Keine Eiche habe wegen der Kunstaktion extra gefällt werden müssen, hob der künstlerische Leiter hervor.

Nach den Grußworten stellten sich die sechs Künstler vor. Kristina Fiand, Raimund Göbner, Regine Hawellek, Matthias Hess, Daniela Schönemann und Petra Schwenzfeier werden sich den „Zehn Geboten“, dem Glaubensbekenntnis, dem „Vater Unser“, der Taufe und dem Abendmahl zunächst mit der Motorsäge nähern, um schließlich immer mehr ins Detail zu gehen. „Ich bin gespannt auf das, was in den nächsten vierzehn Tagen draußen passiert“, brachte es Ernst Groß stellvertretend für alle Besucher auf den Punkt.

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