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Maikundgebung wurde gestört

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Stefan Röhrhoff (Verdi) stand bei der Maikundgebung in Treysa im Innenhof des Hospitals in Treysa am Rednerpult
Stefan Röhrhoff (Verdi) forderte, unter anderem Reduzierung der Arbeitszeit im Rettungsdienst und Verbesserung der Bezahlung und Arbeitsbedingungen im Sozial- und Erziehungsdienst. © Celine Kühn

Nicht alle verhielten sich friedlich bei der Maikundgebung am Sonntag in Treysa. Immer wieder wurde Stefan Röhrhoff während seiner Rede von Zwischenrufen und Pöbelei unterbrochen. Er reagierte darauf souverän und bot die Möglichkeit eines offenen Diskurses im Anschluss an seine Rede an. Immerhin sei Meinungsvielfalt erwünscht.

Schwalmstadt - Angenommen wurde dieses Angebot jedoch nicht. Es blieb bei Zwischenrufen wie „Halt die Klappe, du Hetzer“. Einige im Publikum richteten sich direkt an die Störenfriede und baten um Ruhe.

Röhrhoff unterbrach seine Rede kurzzeitig und sagte, „ich finde es erschreckend, dass ich hier für das ,was wir als Verdi tun, angefeindet werde.“ Weiterhin bat er um Konkretisierung der Vorwürfe, daraufhin kam jedoch keine weitere Wortmeldung der Störer. Der Rest seiner Ansprache verlief ohne weitere Zwischenfälle.

Im Fokus von Stefan Röhrhoffs Rede standen Tarifbindungen in den Bereichen Altenpflege, Krankenhaus, Sozial- und Erziehungsdienst und Bildung.

Ziel der Veranstaltung sei es gewesen präsent zu sein und die Menschen über die noch Problematiken in den angesprochenen Bereichen zu informieren. „Wir wollen den Menschen zeigen, dass die Gewerkschaft für sie da ist und dass wir uns für sie engagieren“, sagte Peter Boucsein. Weiterhin sagte Stefan Röhrhoff: „Wir wollen die Leute dafür sensibilisieren, warum wir die Tarifverträge brauchen und wie diese Tarifbindungen aussehen können.“ Und weiter: „Dies ist ein Herzensthema für mich.“

In Deutschland würden immer noch zu wenige Arbeitnehmer von Tarifen profitieren. Die Pandemie habe noch einmal ganz deutlich gezeigt, wie wichtig Tarifverträge sind. Nur ein Drittel der Altersheime zahlen aktuell nach Tarifverträgen. „Der Gewinn steht hier im Vordergrund, nicht das Wohl der Bewohner und Beschäftigten“, so Stefan Röhrhoff. Für den Bereich der Sozial- und Erziehungsdienste forderte Verdi bessere Bezahlungen, besser Arbeitsbedingungen und die Unterstützung von Weiterbildung. „Gesundheit ist ein Menschenrecht, keine Ware. Sie darf nicht zur Ware degradiert werden“,sagte Röhrhoff und sprach gezielt AWO Nord und die Asklepios Kliniken an.

Im Innenhof des Hospitals hatte neben Stefan Röhrhoff, Verdi-Landesfachbereichssekretär, auch Peter Boucsein vom DGB-Ortsverband Schwalmstadt gesprochen. 

Von Celine Kühn

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