Mehr als 100 Gäste bei der Eröffnung der Kirmes-Ausstellung im Museum der Schwalm

Kunst von nah und fern

Starker Ansturm: Im Museum der Schwalm war am Fronleichnamstag kaum noch ein Sitzplatz zu ergattern.

Ziegenhain. Trotz strahlendem Sonnenschein drängten sich an Fronleichnam mehr als 100 Besucher ins Museum der Schwalm in Ziegenhain: Sie alle wollten die Eröffnung der traditionellen Kirmes-Ausstellung miterleben – diesmal vorbereitet und gestaltet von Künstler Michael Lampe. Der Kasseler hat seit 1999 eine besondere Beziehung zur Schwalm, war Stipendiat und wird deshalb gern schon als „Willingshäuser“ bezeichnet.

„Es fühlt sich an wie ein Heimspiel“, erklärte er am Donnerstag vor großem Publikum. Dem Auditorium stand zunächst Museumsleiter Konrad Nachtwey gegenüber, der kurzweilig und unterhaltsam in die Ausstellung einführte. Sie trägt den Titel „Über Land und Meer, Sagenhaftes von nah und fern“.

Kunst mit regionalem Bezug

Lampes künstlerische Handschrift stelle deutlich den Bezug zur Region her. Als Kunstpädagoge gelinge es ihm zudem, zu vermitteln, wie man über Kunst spreche. „Denn so geheimnisvoll ist Kunst nicht. Kunst nimmt man mit den Augen wahr, sie gefällt oder gefällt nicht“, sagte Nachtwey. Michael Lampe sei einer, der sammele: Bilder, Geschichten, Zusammenhänge, Stiche und Zeichnungen. „Damit spielt er, komponiert, reduziert und macht Gegenständliches zu Ungegenständlichem.“ Das Gegenständliche sei aber stets noch erkennbar. Michael Lampe habe Ideen: „Und anders als der Betrachter hat er auch den Mut, sie umzusetzen“, erläuterte der Museumsleiter.

Der Künstler selbst freute sich, nach fünf Jahren wieder im Museum auszustellen. „Der Titel der Ausstellung ist allerdings geklaut. So hieß eine Zeitschrift im 19. Jahrhundert“, erklärte der Kasseler. Schon länger beschäftige er sich mit Märchen und Sagen, jedoch hätten die Werke keinen illustrativen Charakter. „Aber alle Arbeiten sind mit Texten versehen.“

Öl und Acryl in Schichten

So entsteht Geschichte im doppelten Sinne: Lampe trägt Öl, Acryl, Collagen in Schichten auf. „Ich denke, die Bilder, die jetzt hängen, sind fertig“, verriet er mit spitzbübischem Lächeln – und ließ es doch offen.

„Heute bin ich glücklich, dass hier auch noch die alten Maler hängen und eines meiner Bilder zwischen Volkmann und Banzer hängt.“ Für seine Schau wurde Lampe reich beklatscht. Die Gäste lauschten Musik, dargeboten von Henning Heinemeyer am Klavier. Nach einem ausgiebigen Rundgang traf man sich bei sommerlichen Temperaturen zu einem kühlen Bier im Lüderkeller und auf dem Museumshof.

• Zu sehen ist die Ausstellung noch bis Sonntag, 5. Juli, im Museum der Schwalm, Paradeplatz 1, Ziegenhain.

Von Sandra Rose

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