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Kunstprojekt bringt Sachsenhäuser und Geflüchtete zusammen

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Von: Matthias Haaß

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Die Projektteilnehmer stehen zum Gruppenfoto vor dem gemeinsam gestalteten Kunstwerk.
Viele Menschen halfen mit bei der Entstehung des Graffitiprojekts: hinten von links Susanne Wurmbäck, Lothar Vestweber, Marc Tintera (Graffitikünstler), Gerlinde George (Vorsitzende Landfrauen Sachsenhausen), Claudia Müller, Kordula Weber, Sigrid Herden, Nicolas Krause , Lydia Wenzel, Brigitte Heeger, Daniela Landgrebe, Mitte von links Elena Gavrilova (Projektleitung, Artmobil), Ninette Schley, Fatima Yusofi, Shiraz Bako, Hannah Zimmerling, Schwalmstadts Bürgermeister Stefan Pinhard, Christina Fuchs sowie unten Tatjana Havriliuk und Olga Tuskaeva. © Arbeit und Bildung

Eine 22 Meter lange Graffitiwand ist in einer Unterführung am Ortseingang Gilserberg-Sachsenhausen feierlich eingeweiht worden.

Sachsenhausen – Landfrauen und geflüchtete Frauen haben das Kunstwerk gemeinsam gestaltet. Die künstlerische Leitung hatte das Kulturprojekt Artmobil des Vereins Arbeit und Bildung.

Damit Integration gelingt, brauche es mehr Begegnung von Frauen, um Vorurteile abzubauen, erklärte Kordula Weber, Geschäftsleiterin von Arbeit und Bildung bei der Projektvorstellung. Einen solchen Rahmen biete das Kulturprojekt Artmobil. Dahinter verbirgt sich ein Bus, der durch den Landkreis fährt und Begegnungen zwischen geflüchteten und einheimischen Frauen und Mädchen durch Kunstworkshops und Kulturevents ermöglichen möchte.

Zeichen der Hoffnung

„In Sachsenhausen haben wir Menschen getroffen, die uns besonders herzlich und tatkräftig in unserer Bemühung um soziale Integration unterstützt haben“, berichtete Weber. Zu diesen Menschen gehören die Landfrauen, hierfür ging der Dank an die Vorsitzende Gerlinde George – von ihr stammt die Idee zur Bemalung der Unterführung. „In einer Zeit von Krieg und Spaltung in der Welt setzt der gemeinschaftliche Schaffensprozess der Frauen hier in Sachsenhausen ein starkes Zeichen für Zuversicht und Hoffnung“, sagte sie.

Motiv steht für Kreis des Lebens

Im Mai begann das Graffitiprojekt mit einer gemeinsamen Wanderung der Frauen entlang der „Katzbachrunde“. In neun Workshops entwickelten die Teilnehmerinnen das Motiv „Weg des Wassers“, das dann in Graffititechnik an die Wand gebracht wurde. Die Frauen hätten sich mit der Bedeutung von Wasser auseinandergesetzt, um Gemeinsames und Verbindendes zu finden, heißt es in der Pressemitteilung. Ergebnis ist das Bild einer Welle, die den Kreis des Lebens, Geburt und Wiedergeburt, Liebe, Frieden und Gemeinschaft darstellt. Die Kunstpädagogin und Projektleitung von Artmobil Elena Gavrilova koordinierte die Umsetzung gemeinsam mit dem Graffiti-Künstler Marc Tintera aus Trutzhain.

gemeinsames Musikhören und Tanzen

Ninette Schley ist Malergesellin und Landfrau aus Sachsenhausen. Sie hat bei der Bemalung maßgeblich mitgewirkt. Dabei hat sie die Syrerin Shiraz Bako kennengelernt. Schley erzählt begeistert: „Wir haben gemeinsam gemalt und gegessen, Musik gehört, getanzt und uns Lebensgeschichten erzählt.“ Shiraz Bako bestätigt: „Es war so lustig und toll. Ich habe mich sehr willkommen gefühlt.“

Das Projekt wird vom Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) und dem Kulturdezernat des Landkreises gefördert. Spender und Unterstützer des Projektes in Sachsenhausen sind die Burschenschaft Sachsenhausen und der Fachhandel SKV in Marburg. Das Förderprojekt Artmobil läuft noch bis Ende 2023.  (Matthias Haaß)

Kontakt

Mail-Adresse von Artmobil: artmobil@arbeit-und-bildung.de

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