Kunstwerk von Dagmar Sippel geht an die Kölner Sammlung Gruber

Ein Paar wird eins: Das photogewebtes Doppelporträt wird Teil der Sammlung Gruber.

Treysa. Ein Werk der aus Treysa stammenden Künstlerin Dagmar Sippel geht an das Museum Ludwig. Das photogewebte Doppelporträt der Fotografin, die seit mehr als 30 Jahren in Paris lebt, geht in die zu dem Kölner Museum gehörende Sammlung Gruber. Zu sehen sind auf dem Porträt Prof. Dr. L. Fritz Gruber und seine Frau Renate.

Die Porträtierten

Gruber (1908 bis 2005) war der Grand Seigneur der Photographie, so Sippel. Er ist unter anderem der Gründer der Photokina in Köln, Initiator der Deutschen Gesellschaft für Photographie ( DGPH ), Redakteur, Verleger, Photograph, Sammler. Dagmar Sippel hat ihn und seine Frau Renate 1994 in Bonn bei der Preisverleihung von „Kleidung im Beruf“ kennengelernt. Die Treysaerin hatte damals den 1.Preis gewonnen. Es ist eine enge Freundschaft entstanden. Dagmar Sippel ist immer noch sehr eng mit Renate Gruber befreundet. Die kümmert sich um den Nachlass ihres Mannes, mit dem sie seit 1959 verheiratet war.

Die Technik

Bei den photogewebten Porträts handele sich um eine photographische Handarbeit zum Thema Paar und Partnerschaft, in symbolischer wie auch in technischer Hinsicht, erklärt die Fotografin: „Wenn zwei sich lieben, werden sie eins - ein Körper, ein Geist, ein Zusammen, etwas Abstraktes.“ Rein technisch sieht das so aus: Zwei Fotoabzüge werden mit der Hand geschnitten und wie bei einem Teppich in einander gewebt.

Dagmar Sippel hat auf diese Weise unter anderem den berühmten Pantomimen Marcel

Marceau mit seiner eigenen Bühnenfigur gewebt, das heißt den Schauspieler mit sich selbst. Gewebt wurden auch eine Mutter mit ihrem Kind, Mann mit Mann, Frau mit Frau, Musiker mit seinem Instrument, Hund mit seinem Herrchen. Es sei ein Konzept zum Thema „Paar“ und viele verschiedene Kombinationen seien möglich.

Auch Auseinanderweben ist möglich: Ein Ehepaar hat sich scheiden lassen und wollte nicht weiter als Paar zusammen sein und ausgestellt werden. In diesem Fall hat Dagmar Sippel das Webbild wieder aufgetrennt und beide Abzüge auseinander gewebt, sodass jeder sein eigenes Porträt separat erhalten hat.

Der Erfolg

Die Freude, eines ihrer Werke als Teil der Sammlung Gruber zu sehen, ist groß bei der 54-Jährigen. Das Museum Ludwig in Köln sei eine großartige Institution, die Sammlung Gruber weltberühmt, meint sie. Es sei eine große Ehre, zu Lebzeiten mit einer Arbeit in diese Kollektion einzugehen. „Als Künstler will man ja immer Spuren hinterlassen, das ist damit erreicht.“

Von Sylke Grede

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