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Kuriose Funde aus dem Wallgraben nur noch wenige Tage zu sehen

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Unzählige Alltagsgegenstände konnten aus dem Wallgraben geborgen werden. Sie geben einen Einblick in das Leben der Ziegenhainer.
Unzählige Alltagsgegenstände konnten aus dem Wallgraben geborgen werden. Sie geben einen Einblick in das Leben der Ziegenhainer. © Philipp Knoch

Das Museum der Schwalm zeigt die Sonderausstellung „Funde aus dem Wallgraben“. Sie ist noch bis Sonntag, 14. August 2022, zu sehen.

Ziegenhain – Zu sehen sind viele Exponate, die bei der Kampfmittelräumung über die vergangenen 13 Jahre zum Vorschein kamen. Sie geben einen Einblick in die Vergangenheit Ziegenhains und seiner Einwohner.

Stefan Krumpholz, Vorsitzender des Sportfischereiclubs Neptun führt beim Ortstermin durch die Ausstellung. Er begleitete die Arbeiten am Wallgraben und bewahrte vieles vor der Mülltonne. Dicht an dicht stehen unzählige Gegenstände auf den Ausstellungstischen.

Die Sonderausstellung umgibt einen leicht muffigen Geruch. Er könnte vom Wallgrabenwasser, dem die Fundstücke jahrelang ausgesetzt waren, stammen. Aber auch diverse Tierknochen, die aus dem Wallgraben geborgen wurden, könnten ihren Anteil haben. Es wurden auch Menschenknochen gefunden. Diese seien aber schon älter gewesen und wurden der Polizei Homberg übergeben, erklärte Krumpholz. Ein Verbrechen stehe nicht dahinter.

Viele Gegenstände geben Rätsel auf

Der ursprüngliche Verwendungszweck sei bei manchen Funden noch nicht vollständig geklärt. So wisse man zum Beispiel nicht, was man auf einem großen Handwagen transportierte, da von ihm nur noch das Eisengestell, erhalten ist.

Jedes Fundstück erzähle seine eigene Geschichte, berichtete Krumpholz. Die Ausstellung enthalte Stücke, die auch vielen alteingesessenen Ziegenhainern neue Aspekte ihrer Heimat vor Augen führt. „Es wussten zum Beispiel viele nicht, dass die Firma C.H. Schmitt mal Flaschen mit dem eigenen Firmennamen hatte“, sagte er.

Besonders die vielen Alltagsgegenstände laden zum Spekulieren ein. Wem haben sie einmal gehört? Wieso landeten sie im Wallgraben? Fast jeder erdenkliche Haushaltsgegenstand hat seinen Weg in das Gewässer, und nach vielen Jahren auch wieder heraus gefunden. Eishockeypucks gehören zu den erwartbareren Fundstücken. Sie erinnern an Wintertage auf dem zugefrorenen Wallgraben.

Profanes und Heiliges dicht an dicht

Spannend ist für Krumpholz vor allem ein kunstvoll verziertes Thoraschild. Es gehörte einst der jüdischen Gemeinde Treysa. Ein Thoraschild schmückt die Thorarolle und zeigt jüdische Feiertage an. Es soll nach der Ausstellung wieder seinen Weg nach Treysa finden.

Stefan Krumpholz präsentiert ein Fundstück.
Stefan Krumpholz präsentiert ein Fundstück. © Philipp Knoch

Am gefährlichsten zu bergen waren die Waffen. „In der Nähe eines Tauchers ist mal eine alte Granate explodiert. Zum Glück ist nichts Schlimmes passiert“, weiß Stefan Krumpholz zu berichten. Neben Schusswaffen und Schwertern sind militärische Ausrüstungsgegenstände aus der Festungszeit und den Weltkriegen zu sehen, „natürlich alles nicht mehr funktionstüchtig“.

Termin: Die Sonderausstellung kann man noch bis zum 14. August 2022, dienstags bis sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr, im Museum der Schwalm besuchen. Von Philipp Knoch

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