Landesküsterbeirat vertritt die Interessen von 1000 Küstern und Hausmeistern

Austausch: Werner Müller, Vorsitzender des Landesküsterbeirates (vierter von rechts) und seine Kollegen trafen sich zusammen mit Nina Wetekam (rechts) vom Landeskirchenamt trafen sich in Hephata. Foto: Rose

Treysa. Küster tun mehr als die Türen der Kirchen aufzuschließen, die Heizung anzuschalten oder die Glocken zu läuten. Küster sind Schnittstellen zwischen Gemeindegliedern und Pfarrern. Oft die ersten Ansprechpartner: „Wir kommen als erste und gehen als letzte", fasst es Werner Müller, Vorsitzender des Landesküsterbeirates der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck zusammen.

Der Gelnhäuser traf sich jetzt mit acht Mitgliedern und acht Stellvertretern aus vier Sprengeln zu einer Fachtagung in Hephata.

Begleitet wurde der Tag von der Referentin Nina Wetekam, beim Landeskirchenamt zuständig für Küsterarbeit und Offene Kirchen. Der Beirat vertritt die Interessen von etwa 1000 haupt- und ehrenamtlichen Küstern und Hausmeistern. „Unser Beruf ist kein Lehrberuf und er hat keine Lobby“, sagt Müller.

Gleichwohl sei es aber auch ein Beruf, der nicht vergleichbar sei, ist seine Kollegin und Schriftführerin Astrid Köhler aus Korbach überzeugt. Es gehöre viel Flexibilität und Engagement dazu. Die Mitarbeitervertretung stelle das Sprachrohr zur Landeskirche dar, zudem sammele sie Erfahrungen, beschäftige sich mit Problemen und Konflikten. Dabei gehe es auch um den Sparkurs der Kirche: „Oft trifft es das schwächste Glied in der Kette“, sagt Nina Wetekam. Stunden würden gekürzt, das Arbeitsvolumen bleibe jedoch bestehen. Küster nähmen eine überaus wichtige Rolle ein, unter anderem kümmerten sie sich um Pflege und Erhaltung der Kirchen. „Kümmert sich keiner, kann es zu Schäden am Gebäude kommen“, verdeutlicht Wetekam.

Küster und Hausmeister seien Dreh- und Angelpunkt: „Sie stellen die Kirche dar.“ Das werde häufig nicht mal im Kirchenvorstand so deutlich gesehen, erklärt Müller: „Ich bekomme positive Rückmeldungen aus der Gemeinde, würde mir aber mehr Rückhalt von den Gewählten wünschen.“ Um auf die wichtige Arbeit aufmerksam zu machen, seien Postkarten in Planung, erzählt Wetekam. Darauf zu lesen ist: „Ohne Küster wird es düster“. Denn die Mitarbeiter schafften Räume der Begegnung. „Es ist wichtig, die noch bestehenden Stellen zu erhalten und auch Ehrenamtliche mit ins Boot zu holen - damit sie das nötige Wissen bekommen“, erläutert Müller. Für Wetekam steht fest: „Küster sorgen vor allem für gute Begegnung mit Kirche.“ Die Gemeindeglieder hätten ein Recht darauf, sich aufgehoben zu fühlen: „Kirche kann sich nicht auf das nötigste beschränken“, sagen Müller und Köhler.

Von Sandra Rose

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