Leuchtende Schönheit in Rotgelb

Christopher Weicker (24) ist erfolgreicher Nachwuchszüchter im K34 Wasenberg

Junger Züchter: Christopher Weicker mit seinem prämierten Rammler.

Willingshausen - Christopher Weicker streift sanft über das Fell seines Kaninchens: Egal, ob älter oder noch ganz jung, wie das sechs Wochen alte Exemplar, das er im Arm trägt, der Alsfelder, der im Kaninchenzuchtverein K34 in Wasenberg aktiv ist, mag sie einfach alle.

Der 24-Jährige hat seit seinem fünften Lebensjahr Tiere zu Hause, seit 2007 züchtet er intensiv, und das mit großem Erfolg. Bereits drei Mal wurde er zum Landesmeister gekürt.

Weicker züchtet Sachsengoldkaninchen. Rötlich-golden schimmert ihr Fell. Die Tiere machen einen ausgeglichenen, sehr ruhigen und freundlichen Eindruck. Kein Wunder, der 24-Jährige investiert in sein Hobby viel Zeit. Mehrere Stunden in der Woche, abends, nach der Arbeit, und vier bis fünf Stunden jeden Samstag gehen für die Zucht schon drauf.

Im Wasenberger Verein gehört Weicker mit Abstand zu den Jüngsten. Insgesamt drei Nachwuchszüchter sind es zusammen mit ihm, die sind im Alter zwischen zehn und 15 Jahren.

Der Alsfelder, der gerade eine Ausbildung als Fachkraft für Abwassertechnik absolviert hat und aktuell die Meisterausbildung macht, freut sich stets, zu sehen, wie die Tiere aufwachsen: „Es ist toll zu beobachten, wie sich die Kaninchen entwickeln.“ 60 bis 70 Exemplare wachsen pro Jahr in seinem Stall heran. Die vielversprechenden Tiere behält Weicker für die Paarung.

Denn die wird nicht dem Zufall überlassen. „Die Tiere müssen zusammen passen. Es ist jedoch nicht garantiert, dass ein hoch bewerteter Rammler und eine ebensolche Häsin den entsprechenden Nachwuchs zeugen, sprich alle Merkmale weiter geben“, erklärt der Experte.

Alle Merkmale werden übrigens in einem Zuchtbuch dokumentiert. Jedes Tier lebt in seiner eigenen Box, sie misst 70 mal 70 Zentimeter. Das muss auch sein: „Kaninchen neigen zu Kannibalismus, wenn sie in Gruppen gehalten werden.“

Junger Züchter: Christopher Weicker mit seinem prämierten Rammler.

Weicker achtet penibel auf die richtige Ernährung. Auf genügend Heu, Wasser, Pellets und Möhren. Die Zucht ist bei weitem kein einsames Hobby. Der Alsfelder hat Kontakte zu Züchtern in Ostfriesland, zu einem Spezialclub für die Rasse Sachsengold. Regelmäßig trifft man sich in Norddeutschland zu Tierbesprechungen und um sich auszutauschen.

Zuchtkaninchen können ein stattliches Alter erreichen und bis zu 15 Jahre alt werden. Namen vergibt Weicker an seine Tiere übrigens nicht: „Ich baue nicht eine so enge Bindung auf. Es gibt auch nervöse Tiere, die sich einfach nicht zur Zucht eignen. Die werden dann der Küche zugeführt“, erzählt er.

Für die Schauen müssten die Kaninchen vom Typ her entsprechend ruhig und freundlich sein. Damit sich die Tiere wohl fühlen, dürfen sie keinen allzu hohen Temperaturen ausgesetzt werden: „Und sie brauchen stets frisches Wasser, das dann aber nicht zu kalt.“

Zwei Mal im Jahr wechseln Kaninchen ihr Fell. In den ersten drei bis vier Monaten tragen die Tiere das so genannte „Milchkleid“, ihr Babyfell. „An Dichte und Struktur kann ich jedoch schon sehen, ob das Kaninchen auch ausgewachsen ein schönes und seidiges Fell bekommt“, sagt Christopher Weicker. Die Zucht wird der 24-Jährige nicht so schnell aufgeben: Denn die macht ihm richtig viel Spaß. „Gerade baue ich eine neue Innenstallanlage für bis zu 80 Tiere.“

Von Sandra Rose

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