Löschfahrzeug für den Katastropheneinsatz

Alleskönner für die Feuerwehr Niedergrenzebach

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Geländegängig: Dank Allrad und grobstelligen Reifen kommt das LF 10 KatS im Gelände gut voran.

Viel Platz ist nicht. Um das neue Löschfahrzeug für den Katastrophenschutz (LF 10 KatS) in die Fahrzeughalle zu bekommen, brauchen die Fahrer der Feuerwehr Niedergrenzebach Gefühl im Fuß. Mit 3,07 Meter Gesamthöhe passt der imposante Wagen geradeso durch die 3.18 Meter hohe Tordurchfahrt.

Eigentlich seien die vom Land Hessen genormten Katastrophenschutzfahrzeuge 3,3 Meter hoch, sagt Wehrführer Volker Wickert: „Wir hatten die Fahrzeuge aus Lischeid und Seigertshausen zum Probe stellen da, aber die passten nicht rein.“ Man habe sich schon Gedanken gemacht, ob man die Halle tiefer lege, so der Wehrführer schmunzelnd.

Die rettende Idee kam aus Homberg: Durch den damaligen Kreisbrandinspektor Torsten Hertel habe man erfahren, dass es die LF KatS auch in einer Sondergröße gebe, erzählt der Wehrführer. Die Stellplatzprobe mit einem fast baugleichen Fahrzeug der Feuerwehr Battenberg habe dann Gewissheit gebracht – das Problem war gelöst, so Wickert.

Technischer Quantensprung

Mit dem Katastrophenschutzfahrzeug ersetzt die Feuerwehr Schwalmstadt am Standort Niedergrenzebach ein wesentlich kleineres Löschgruppenfahrzeug aus dem Jahr 1989. In der Geschichte der Wehr ist es erst das zweite Neufahrzeug. Erste Planungen begannen 2014. Der Förderbescheid für den rund 320.000 Euro teure Einsatzwagen kam 2017, im Frühjahr 2019 stand das schmucke Auto dann in Niedergrenzebach auf dem Hof. Die offizielle Übergabe erfolgte im September. 

Arbeitserleichterung: Hans Martin Bräuning bedient den Lift für die Tragkraftspritze.

Für die Niedergrenzebacher war der Wechsel von der alten auf die Technik ein Quantensprung: Der 30 Jahre alte Vorgänger hatte keinen Wassertank und wog lediglich 7,5 Tonnen.

Im Gegensatz dazu bringe der Neue gut 13 Tonnen auf die Waage, sei voll geländegängig und habe 1200 Liter Wasser an Bord, weiß Niedergrenzebachs Wehrführer: „Wir haben jetzt auch einen formstabilen Schnellangriff. Da ziehe ich mir das von der Rolle ab, was ich brauche.“

Starke Truppe 

Modernes Gerät, das motiviert. Die Arbeit mit dem LF 10 KatS mache total viel Spaß, sagt Michaela Enzeroth. Die 32-jährige ist seit einem Jahr aktiv bei den Brandschützern und kam als Seiteneinsteigerin in die Wehr: „Ich engagiere mich, weil es spannend ist. Wir sind neu nach Niedergrenzebach gezogen und die Feuerwehr ist eine super Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen.“

Saubere Sache: Feuerwehrfrau Michaela Enzeroth am Hygieneboard des neuen Fahrzeugs.

Um sich im Umgang mit dem Fahrzeug vertraut zu machen, übten die Niedergrenzebacher drei Wochen lang dreimal die Woche. Mit zur Zeit 33 Aktiven, davon sechszehn Atemschutzgeräteträgern, und einer Jugendfeuerwehr sei man sehr gut aufgestellt, sagt Wehrführer Wickert: „Eine Kinderfeuerwehr ist in Planung.“

Wehrführer Volker Wickert (links im Bild) mit einem Teil der Mannschaft.

Wie der Name vermuten lässt, ist das LF 10 KatS für die Aufgaben des Katastrophenschutzes optimiert. Unter anderem gehört spezielle Waldbrandausrüstung zur Beladung. Man sei daher auch Bestandteil des Katastrophenschutzzugs Schwalmstadt, erklärt Volker Wickert: „Im Fall eines Stromausfalls könnten wir mit unserem 9,5 kvA Stromerzeuge zum Beispiel in ein DGH Strom einspeisen.“ 

Förderverein unterstützt

Um den Einsatzwert zu erhöhen, investierten nicht nur Stadt, Land und Kreis in das Löschfahrzeug, sondern auch der örtliche Feuerwehrförderverein. Rund 5000 Euro flossen in zusätzliche Ausrüstung, wie zum Beispiel einen Wassersauger und eine Säbelsäge.

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