Schwere Vorwürfe gegen Angeklagte

Männer aus Schwalm-Eder wegen Körperverletzung und Vergewaltigung vor Gericht

Justitia-Figur vor strahlend blauem Himmel
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Schwere Körperverletzung und Vergewaltigung sind zwei der Anklagevorwürfe in einem Strafverfahren am Marburger Landgericht. (Symbolbild)

Ein 46-Jähriger und ein 48-Jähriger aus dem Schwalm-Eder-Kreis müssen sich vor dem Marburger Landgericht verantworten. Es geht unter anderem um schwere Körperverletzung und Vergewaltigung.

Marburg/Schwalm-Eder – Schwere Körperverletzung und Vergewaltigung sind zwei der Anklagevorwürfe in einem Strafverfahren am Marburger Landgericht. Dreimal soll ein 46-Jähriger aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis gegen seine damalige Lebenspartnerin straffällig geworden sein. Im dritten Fall soll ihm ein 48-Jähriger, ebenfalls aus der Schwalm, dabei geholfen haben.

Was genau soll passiert sein? Am 10. Februar 2017 soll der 46-Jährige seine damalige Freundin im Streit mit einer leeren Wodka-Flasche gegen den Hinterkopf geschlagen haben. Der Rettungsassistent von damals bezeugt, eine „relativ große, klaffende Platzwunde“ gesehen zu haben. Am Abend des 21. Juli 2017 soll der Angeklagte wieder im Streit seine Partnerin am Hinterkopf gepackt haben und so wuchtig gegen eine Kante ihrer Küchenzeile gestoßen haben, dass diese auf einem Auge ihr Sehvermögen verlor. Nach Aussage des Augenarztes ist der linke Augapfel geplatzt, er habe Teile des Augeninhalts im Gesicht der Geschädigten vorgefunden.

Gerichtsverhandlung: Geschädigte vor einigen Wochen verstorben

Anfang November 2017 soll der 48-jährige Mitangeklagte die Geschädigte in seine Wohnung eingeladen haben, wo sich auch der 46-Jährige befand, der mittlerweile von der Geschädigten getrennt war. Als sie kam, habe der 48-Jährige sie festgehalten, der Ex-Freund habe ihr dann in die Hose gegriffen und Finger in den Körper eingeführt. Das Komplizierte daran: Außer den mutmaßlichen Tätern und der Geschädigten war bei den Vorfällen niemand dabei. Die mutmaßlich Geschädigte ist vor einigen Wochen gestorben. Die Angeklagten schweigen zur Sache.

Der Vorsitzende Richter Dr. Frank Oehm, Präsident des Landgerichts, sagt am ersten Verhandlungstag zu den Verfahrensbeteiligten: „Wir sitzen alle bei schlechtem Wetter im Kanu auf der Lahn und stochern im Nebel.“ Als Zeugin sagte auch die Cousine des Hauptangeklagten, frühere Freundin der Geschädigten, aus. Die Geschädigte habe ihr zu den ersten beiden Vorfällen immer wieder andere Versionen erzählt – mal so, wie es jetzt in der Anklage auftaucht, und mal habe sie von Stürzen gesprochen. Diese Zeugin selbst erzählte jetzt bei Gericht genau die gegenteilige Version dessen, was sie damals bei der Polizei ausgesagt hat. Sie glaube heute, die Geschädigte sei gestürzt und in ihren Schilderungen klang es nach einer schweren Alkoholsucht der Geschädigten.

Brisant waren schriftliche Informationen, die Verteidiger Martin Simon an den Staatsanwalt Jonathan Poppe weiter gegeben hatte. Aus ihnen geht hervor, dass die Zeugin den Verteidiger ihres Cousins mehrfach telefonisch kontaktiert und gesagt habe, sie habe sich nun entschieden, für seinen Mandanten auszusagen und bat wohl darum, dass dieser Rechtsanwalt ihr helfe, ihre Aussage glaubwürdig zu verdrehen.

Die Verhandlung wird vor dem Landgericht Marburg fortgesetzt. (Beatrix Achinger)

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