Futter gesichert – Gute Nachwuchsrate bei „Krimikauz“, Schleiereule und Waldohreule

Mäuse sorgen für viele Eulen

Jäger der Nacht: Das Jahr 2015 wird ein Eulenjahr. Ausreichend Nahrung für Waldkauz und Co. sorgt für reichlich Nachwuchs in den den Höhlen. Foto C. Gelpke

Schwalm. Wer in den vergangenen Wochen in der Abenddämmerung oder nachts an Wald- oder Ortsrändern unterwegs war, hat vielleicht das schaurig-schöne Heulen balzender Waldkäuze („huuu - huhuhuh“), das leise „huhhh“ der Waldohreule oder das heisere, schnarchende Kreischen der Schleiereule gehört.

Dass die Eulen plötzlich wieder auffallend zu hören sind, hat einen einfachen Grund: in vielen Bereichen haben sich Wald- oder Feldmäuse spürbar vermehrt und so ist für die Jäger der Nacht wieder ausreichend Nahrung vorhanden. Das nutzen die Eulen und beginnen nicht nur besonders früh mit dem Brutgeschäft, sie legen auch deutlich mehr Eier. Fällt in Jahren mit geringer Mäusedichte die Brut oft komplett aus, sind nun in Gelegen der Schleiereule sogar zehn Eier oder mehr zu erwarten.

Die schwankende Brutaktivität ist eine geniale Anpassung der Natur an das Nahrungsangebot. Mäusebestände entwickeln sich typischerweise in mehrjährigen Zyklen von geringen Zahlen hin zu stark anwachsenden Beständen, die dann durch Krankheiten auf dem Bestandshöhepunkt in kurzer Zeit fast ausgelöscht werden.

In den Bestandstiefs der Mäusepopulation ist für erfolgreiche Bruten der Eulen nicht genügend Nahrung vorhanden, so dass dann die Bruten ausfallen. Nehmen die Nager wieder zu und reicht die Nahrungsbasis aus, beginnen die Nachtvögel mit der Brut. Auf dem Höhepunkt der Mäusedichte, Fachleute sprechen dann von einer Gradation, steigt die Brutaktivität und die Gelegegröße nochmals auffallend an.

Der Waldkauz als unsere häufigste Eule, die in allen Wäldern der Schwalm vorkommt, hat jetzt stellenweise vermutlich schon Junge. Aufgrund seines schaurigen Rufes, der in keinem spannenden Krimi zur Untermalung nächtlicher Szenen fehlt, ist der Vogel auch als „Krimikauz“ bekannt.

Schleiereulen kommen hingegen nur in Ortslagen vor, wo sie in Scheunen oder Kirchtürmen brüten. Die Waldohreule ist, entgegen ihrem Namen, ein Brutvogel des Halboffenlandes und bewohnt Hecken, Waldränder und Ortslagen.

Da die Chance, Eulen zu finden, durch die nächtliche Lebensweise nicht groß ist, freuen sich die Schwälmer Vogelkundler auf Meldungen zu den drei Arten. Wir bitten um Beobachtungsmeldungen und Hinweise zu Vorkommen unter stefan.stuebing@gmx.de oder telefonisch unter 06691-3309. • Kontakt: stefan.stübing@gmx.de, Tel.  06 691/33 09.

Von Stefan Stübing und Heinz Stübing

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