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Manfred und Edeltraud Philipps heirateten während der Kuba-Krise

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Von: Johannes Rützel

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Edeltraud (82) und Manfred Philipps (83) in ihrem Garten in Ziegenhai. Geschmückter Militär-Jeep: Wegen der Kuba-Krise hatten die Soldaten im Herbst 1962 Urlaubssperren.
Edeltraud (82) und Manfred Philipps (83) in ihrem Garten in Ziegenhain. © Johannes Rützel

„Das war eine richtige Soldatenhochzeit“, erinnert sich Edeltraud Philipps. Wegen der Kriegsgefahr hatten die Soldaten 1962 Urlaubssperren.

Schwalmstadt – Edeltraud (82) und Manfred Philipps (83) blättern in ihrem Hochzeitsalbum und schwelgen in Erinnerungen. Eigentlich wollten sie ein Foto für die Zeitung aussuchen, doch die Entscheidung fällt ihnen nicht leicht.

Am 2. April 1961 haben sich die beiden bei der Bundeswehr in Schwarzenborn kennengelernt. Manfred Philipps war Berufssoldat und aus Koblenz dorthin versetzt worden. Edeltraud Philipps arbeitete damals im Büro der Kaserne. „Dann sind wir uns immer wieder über den Weg gelaufen. Da waren viele Soldaten, aber er war der Richtige“, erinnert sich Edeltraud Philipps lächelnd. Sie stammt aus Großropperhausen, Manfred Philipps wurde in Langelsheim im Harz geboren.

Edeltraud (82) und Manfred Philipps (83) in ihrem Garten in Ziegenhai. Geschmückter Militär-Jeep: Wegen der Kuba-Krise hatten die Soldaten im Herbst 1962 Urlaubssperren.
Geschmückter Militär-Jeep: Wegen der Kuba-Krise hatten die Soldaten im Herbst 1962 Urlaubssperren. © Familie Philipps

Hochzeit während Höhepunkt des Kalten Krieges

An einem Samstag, dem 11. August 1962, heirateten Manfred und Edeltraud Philipps standesamtlich, rund einen Monat später kirchlich. Es war die Zeit der Kuba-Krise, damals herrschte Kriegsangst in Europa, erzählt das Ehepaar. In der Anfangszeit der Ehe sahen sich die beiden dementsprechend selten, Manfred Philipps bekam nur selten Urlaub. Später wurde er nach Frankenberg und dann nach Fritzlar versetzt. Dort kam 1964 eine Tochter zur Welt. 1969 zog das Ehepaar nach Koblenz, Manfred Philipps wurde dort evangelischer Militärseelsorger im Lazarett. „1972 haben wir dann gesteckt bekommen, dass es eine Stelle als Seelsorger in der Kaserne in Schwalmstadt gibt. Mein Mann war mittlerweile Diakon geworden und bekam die Stelle“, erinnert sich Edeltraud Philipps, die es so zurück in ihre Heimat verschlug.

Zunächst wohnten sie in Treysa. 1985 bauten sie ein Haus in Ziegenhain. Manfred Philipps hat vor seiner Zeit als Soldat Maler gelernt und viel am Haus selber gemacht. Auch den Garten hat das Ehepaar gemeinsam angelegt. Hier fühlen sich die beiden sehr wohl. Dass sie an ihrem Haus so viel selbst gemacht hätten, habe ihnen den Respekt der neuen Nachbarn eingebracht, sagt Edeltraud Philipps schmunzelnd: „Daraus sind wunderbare Freundschaften entstanden!“

Das Hochzeitsfoto vom 11. August 1962
Das Hochzeitsfoto vom 11. August 1962. © Familie Philipps

Gemeinsame Hobbies: Reisen und Gärtnern

Bis 1998 blieb Manfred Philipps als Seelsorger bei der Bundeswehr. Seine Frau erinnert sich gerne an die Freizeiten, die sie mit ihrem Mann für die Soldaten und ihre Familien organisiert haben. Oft seien sie dafür in Hülsa gewesen, nicht selten mit mehr als 100 Personen: „Das war einfach immer schön, aber auch anstrengend.“

Edeltraud Philipps war von 1986 bis 2000 Schwesternhelferin im Krankenhaus in Ziegenhain. Daneben pflegte sie ihre Mutter und den Vater ihres Mannes, die beide zu ihnen nach Ziegenhain gezogen waren.

Den Ruhestand genoss das Ehepaar mit Gartenarbeit und Reisen nach Polen, Schweden, Italien und Tschechien. „Wir wollten was sehen, und ich bin neugierig. Da musste ich immer jede Stadtführung mitmachen“, gibt Edeltraud Philipps zu.

Im Garten müssen sie mittlerweile etwas kürzer treten. Hilfe bekommen sie dabei von Hephata, einem Mähroboter und ihrem 33-jährigem Enkel, der in Hülsa wohnt. Sie haben noch zwei Enkeltöchter im Alter von 30 und 19 Jahren und erfreuen sich auch an einer zweijährigen Urenkelin. Feiern werden Edeltraud und Manfred Philipps im Familienkreis.

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