Bewährungsstrafe für 48-Jährigen

Mann aus Schwalm-Eder-Kreis verschickte Kinderpornos

Justizia steht vor blauem Himmel.  (Symbolbild)
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Wegen der Verbreitung und des Besitzes kinder- und jugendpornografischer Schriften musste sich ein 48-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten. (Symbolbild)

Wegen der Verbreitung und des Besitzes kinder- und jugendpornografischer Schriften musste sich ein 48-jähriger Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, im September 2017 zweimal einem anderen Mann per WhatsApp-Chat Fotos von nackten Jugendlichen in eindeutig sexueller Pose geschickt zu haben.

Nach einer Hausdurchsuchung im April des vergangenen Jahres stellten die Polizisten auf einem Computer und einem Handy 141 Bilder und acht Videodateien fest, die als kinderpornografisch eingestuft wurden. Der Angeklagte gestand die Taten.

Vernehmung im Amtsgericht unter Auschluss der Öffentlichkeit

Da sein Mandant sich zu seinem Intim- und Sexualleben äußern wolle, so der Verteidiger, beantragte er für die Vernehmung den Ausschluss der Öffentlichkeit, dem gab die Richterin statt.

Nach der Befragung durch die Strafrichterin, den Staatsanwalt und die Verteidigung durfte die Öffentlichkeit wieder in den großen Gerichtssaal. Um die Fotos in Augenschein zu nehmen, traten Verteidiger, Angeklagter und Staatsanwalt vor das Pult der Richterin. Diese benötigte trotz hörbar schnellen Blätterns mehrere Minuten, um alle Lichtbilder kurz zeigen zu können.

Während die Juristen die Vorführung ohne sichtbare Regung über sich ergehen ließen, trat der Angeklagte unruhig von einem Bein auf das andere und fragte kurz seinen Verteidiger, ob das wirklich nötig wäre. Der Verteidiger erklärte seinem Mandanten, dass die Fotos in den Prozess eingeführt werden müssten.

Da auch für die Schlussplädoyers und das letzte Wort des Angeklagten die Öffentlichkeit erneut ausgeschlossen wurde, lässt sich über die Argumentation von Staatsanwalt und Verteidiger keine Aussage treffen.

Das wieder öffentliche Urteil lautete: Neun Monate Freiheitsstrafe, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wird. Außerdem muss der 48-Jährige in den nächsten sechs Monaten mindestens fünf sexualtherapeutische Gespräche zur Klärung seiner pädophilen Neigungen absolvieren und er muss dem Weißen Ring 1500 Euro überweisen.

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