Bürgermeisterwahl

Marian Knauff ist neuer Verwaltungschef in Neukirchen: Freude über 95 Prozent Zustimmung

Schnell aber gründlich zählen und sortieren: Wie hier im Stadtverordnetensitzungssaal arbeiteten die Wahlhelfer alle mit FFP-2-Maske und mit großzügigem Abstand.
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Schnell aber gründlich zählen und sortieren: Wie hier im Stadtverordnetensitzungssaal arbeiteten die Wahlhelfer alle mit FFP-2-Maske und mit großzügigem Abstand.

Marian Knauff wurde am Sonntag mit einer Zustimmung von über 95 Prozent zum neuen Bürgermeister Neukirchens gewählt. Wir blicken zurück auf die Wahl und voraus auf die Amtsübernahme.

Neukirchen – Einem pandemiebedingt eher ruhigen Wahlabend folgte am Montag, 2. November, für den neuen Bürgermeister des Kneippheilbades noch ein letzter freier Tag, bevor Marian Knauff am Dienstag, 3. November, ins Rathaus zurückkehrt. Dort werde er zunächst mal in einer gewissen Doppelfunktion weiterarbeiten, so Knauff im Gespräch mit der HNA. Seine bisherige Stelle als Büroleiter solle nun zur Neubesetzung ausgeschrieben werden. Am Freitag, 20. November, findet im Rahmen einer Stadtverordnetensitzung die formelle Amtsübergabe statt. Diese soll – auch dabei wirkt sich der notwendige Infektionsschutz natürlich wieder aus – in der Großsporthalle stattfinden.

Corona hatte es dem 44-Jährigen enorm schwergemacht, ein gewöhnlicher Wahlkampf war ausgeschlossen. Umso glücklicher und erleichterter zeigte sich der Frischgewählte: „Ich finde das Wahlergebnis überwältigend, 95 Prozent Zustimmung sind für mich ein sehr klarer Auftrag zur Umsetzung meines Wahlprogramms.“ Er wolle ein unabhängiger Bürgermeister für alle sein, mit allen gemeinsam arbeiten. Mit der Wahlbeteiligung um 45 Prozent sei er durchaus zufrieden, entspreche sie doch trotz Pandemie fast genau der vor sechs Jahren.

Wahltag

„Ich lebe in Neukirchen und so ist meine Stimme auch wichtig“, sagte am Wahlsonntag, 1. November, etwa der 18-jährige Erstwähler Max Giebel in einem der beiden Neukirchener Wahllokale, wo Wahlhelfer Horst Möller am frühen Nachmittag noch auf einen deutlichen Zuwachs an Wählern hoffte, nachdem in der ersten Schicht gerade einmal 155 Frauen und Männer abgestimmt hatten. Da stand allerdings auch der hohe Briefwähleranteil von 987 Bürgern bei insgesamt 5788 Wahlberechtigten noch nicht fest. „Die Stimmung ist trotz der ganzen Veränderungen gut. Der Kontakt zum Wähler ist aber dennoch aufgrund der neuen Regularien ein anderer“, fasste es Möller zusammen.

Glückliche Familie: Marian Knauff am Wahlabend mit Ehefrau Yvonne, den Kindern Jesper und Lotta und seinen Eltern Renate und Bernd Knauff.

Vorsichtsmaßnahmen

Schon das Vorbereiten der Wahllokale war für die oft erfahrenen Wahlhelfer in allen Stadtteilen ungewöhnlich. So mussten Abstandsmarkierungen auf den Boden geklebt und Trennwände aufgestellt werden. Auch die Wahlkabinen selbst galt es regelmäßig zu desinfizieren und grundsätzlich durfte jeder seinen eigenen Stift zur Stimmabgabe mitbringen.

„Die Auflagen bedeuten zusätzliche Arbeit, aber in der aktuellen Situation ist dies angemessen“, sagte Dieter Garweg, der seit 1975 das Ehrenamt des Wahlhelfers in Seigertshausen ausübt. Maskenpflicht und Abstandsregeln wurden von den Wählern akzeptiert. „Es gab noch keinen, der sich über die Hygieneregularien beschwert hat“, stellte Wahlhelfer Fredi Wachsmann fest. „Wählen ist immer wichtig. Ganz gleich ob es nur einen oder mehrere Kandidaten gibt“, sagte Christa Knauf. „Es ist aber schon erstaunlich, dass sich nur einer um den Bürgermeisterposten beworben hat. Aber immerhin ein Bewerber aus der Region, damit lässt es sich leben“, meinte Dieter Garweg.

Wahlbeteiligung

In einigen Stadtteilen punktete Knauff dabei besonders stark. Die höchste Wahlbeteiligung erreichte er in Christerode (54,35 Prozent), gefolgt von Hauptschwenda (48,78 Prozent) und Nausis und Wincherode (43,73 Prozent). Am schwächsten beteiligten sich die Menschen aus der Kernstadt (22 und 20,77 Prozent). Woran das lag, wusste der neue Bürgermeister nicht recht zu beantworten, „in meinem Wahlkampf ist man mir überall sehr freundlich begegnet“.

In den Stadtteilen war die Beteiligung in Rückershausen am geringsten (33,75 Prozent), dicht gefolgt von Asterode und Riebelsdorf. Ungültige Stimmen gab es viel weniger als vor sechs Jahren, nämlich zwölf. 2014 waren es 64 gewesen. (Anne Quehl und Regina Ziegler-Dörhöfer)

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