Tulpen liegen voll im Trend

Martin Steinmetz hat in Niedergrenzebach ein neues Blumenfeld eröffnet

Blumen zum Selberpflücken: Dies bietet Martin Steinmetz auch in der Schwalm an. Das Tulpenfeld liegt direkt an der Zufahrt zum Ziegenhainer Krankenhaus.
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Blumen zum Selberpflücken: Dies bietet Martin Steinmetz auch in der Schwalm an. Das Tulpenfeld liegt direkt an der Zufahrt zum Ziegenhainer Krankenhaus.

Reisen zur Tulpenblüte nach Holland fallen in Corona-Zeiten aus, doch wer sich die bunten Blumen nach Hause holen möchte, findet dazu auch vor Ort immer mehr Gelegenheiten. Ein Besuch im neuen Blumenbeet bei Ziegenhain.

Schwalmstadt – Hier, direkt an der Zufahrt zum Krankenhaus gelegen, blühen seit drei Wochen Tulpen in allen Farben. „Über 80 Sorten in vier verschiedenen Mischungen“, sagt Martin Steinmetz aus Gudensberg, der das Blumenfeld als Teilfläche von einem Schwalmstädter gepachtet und im Herbst mit Tulpenzwiebeln aus Holland bestellt hat.

Mit den roten und gelben, den ganz frühen, fing es Ostersamstag an, als er mit Hilfe seiner Familie das schützende Vlies von den Zwiebelpflanzen nahm und die Blüten zum Vorschein kamen. Mittlerweile wird es auf dem Acker immer bunter – einige Pflanzen sind jedoch noch ganz grün. „Die Saison dauert mindestens bis Mitte Mai“, so Martin Steinmetz, der beim Bezahlen auf das Vertrauen seiner Kunden setzt. 50 Cent kostet eine Blüte. An der aus einem Betonklotz bestehenden Kasse am Rand des Feldes liegen auch Messer zum Abschneiden bereit – Tulpenstängel sollen nicht gequetscht werden.

„Der Standort ist ideal“, sagt der 28-jährige Gudensberger: „Keine Tempo-100-Zone, wo Autofahrer schlecht abbiegen können, und trotzdem gut sichtbar direkt an der Bundesstraße gelegen.“ Wie gut der Standort tatsächlich sei, wie das Selbstpflücken von Kunden angenommen werde, wie viel verblühe und und wie hoch eventuelle Verluste seien, dies ließe sich erst nach ein, zwei Jahren sagen, so der Agrarier, der Bayern Agrarwissenschaften mit Marketing studiert hat und gerade seine Masterarbeit an der Universität Göttingen schreibt.

Blüten in allen Farben: Das Beet lädt zum Selberpflücken ein.

Doch hat er für die Wissenschaft zurzeit kaum Zeit – mit dem Ziel, mit den „Landblumen“, wie er seine Felder zum Selbstpflücken nennt, seinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften, hat er die Zahl der Felder in dieser Saison von neun auf 20 erhöht – vom Flughafen in Kassel-Calden bis nach Ziegenhain liegen die Felder verstreut, das Blumenfeld in der Schwalm gehört zu den elf jüngsten und ist das am südlichsten gelegene – bislang.

2017 bestellte der Gudensberger das erste Blumenfeld und hat seitdem viel Erfahrung mit den bunten Blüten gesammelt – und hatte damit wohl die richtige Idee zur richtigen Zeit: Kaufen wo es wächst spricht nicht er seit Corona immer mehr Kunden an, und wenn sonst nicht viel los ist, kann das Blumenpflücken zum Erlebnis werden. „Tulpen sind nicht nur dankbare Pflanzen, sondern liegen als Frühlingsboten im Trend“, da ist sich Steinmetz sicher. Schon als kleines Kind habe er bei seinem Onkel in der Landwirtschaft geholfen, dort in Werkel hat er auch seine Maschinen wie die Pflanzmaschine stehen, mit der er die Blumenzwiebeln im Herbst in die Erde gebracht hat.

„Im ersten Jahr hatten wir das alles noch mit Hand gemacht“, sagt der Gudensberger, der wohl seine Nische gefunden hat: Im Sommer sollen auf dem Blumenfeld in Schwalmstadt neben Gladiolen und Dahlien auch Sonnenblumen blühen, dafür erweitert Steinmetz das Blumenfeld noch um eine Stilllegungsfläche auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Einen kleinen Parkplatz für die Kunden hat er bereits angelegt. landblumen.de (Kerstin Diehl)

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