Die Eltern junger Kinder sollen bald jährlich 260 000 Euro mehr für Betreuung zahlen

Mehr Geld soll in die Kasse

Im Kindergarten Regenbogen: Anders als den Kindern könnte Eltern das Lachen vergehen. Foto: Archiv

Schwalmstadt. „Wir Eltern sind auf 180“, schreibt eine Mutter aus einem Schwalmstädter Stadtteil in einer Facebook-Nachricht. Hintergrund: In der größten Stadt des Schwalm-Eder-Kreises steht eine massive Anhebung der Kinderbetreuungsgebühren an. Das bestätigte Bürgermeister Dr. Gerald Näser im Gespräch mit der HNA. Aufgrund der Haushaltssituation der Stadt solle der Kostendeckungsgrad für die Krippen und Kindergärten, der durch die Eltern finanziert wird, von gut 18 Prozent auf 30 Prozent steigen, so Näser. Kippt der Geschwisterbonus?

Der Verwaltungschef bestätigte auch, dass die schon seit Langem bestehende Geschwisterregelung zur Diskussion steht: Bisher mussten Eltern in Schwalmstadt für den Besuch jedes weiteren Kindes nur die Hälfte bezahlen.

Laut Näser ist „die Notwendigkeit zur Anpassung relativ unumstritten“. Voriges Jahr seien die Kosten durch den Ausbau der Betreuung von Kinder unter drei Jahren (U 3) im städtischen Haushalt um 400 000 Euro gestiegen. Zugleich bestehe nach den Vorgaben der Haushalts-Konsolidierung die Notwendigkeit, jährlich 810 000 Euro zu sparen, das sind 45 Euro pro Schwalmstädter. „Wir wären gern in der Situation von Melsungen oder Wabern, wo der Kita-Besuch nichts kostet“, meinte Näser, doch nun sei es erforderlich, innerhalb von fünf Jahren den Haushaltsausgleich zu schaffen.

Neuartiges Modulsystem

Geht es nach Näser, wird über die Umstellung auf ein Modulsystem (pro Kind je nach Alter und Stundenzahl zwischen 320 Euro und 140 Euro) bereits in der nächsten Stadtverordnetensitzung am Donnerstag, 5. Februar, abgestimmt. Bisher ist etwa für ein Kind ab drei Jahren für den Vormittagsbesuch zwischen 8 Uhr und 12 Uhr die Gebühr von 85 Euro zu zahlen.

„Verschiedene Auffassungen“

Die Vorschläge, die laut Näser im Magistrat „auf fundamental verschiedene Auffassungen“ stießen, werden kommendes Wochenende sicherlich auch bei den Haushaltsklausurtagungen von CDU und SPD Thema sein.

Von Anne Quehl

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