Betrieb verarbeitet und produziert seit 50 Jahren

Meister in Sachen Dichtungen: Seit 50 Jahren Firma Freudenberg

Experten: An der Gummipresse Werksleiter Reinfried Wobbe und Mitarbeiterin Elena Lichtenwald. Fotos: Diehl

Schwalmstadt - Mit einem Tag der offenen Tür feiert man am Standort Treysa am Samstag den 50. Geburtstag.

„Ich arbeite bei Calle“, hieß es früher unter Freudenbergern, als noch das Firmenlogo Carl Freudenberg in großen Lettern am Werkstor stand. Calle heißt heute nur noch das Mitarbeiterblatt, und vom regionalen Fertigungsbetrieb hat sich das Werk zum weltweit tätigen Spezialisten für Dichtungstechnik entwickelt: Freudenberg Sealing Technologies. Eine Werksbesichtigung.

„Hier wird das Geld verdient“, sagt Reinfried Wobbe, als er die Produktionshalle betritt, „hier muss alles stimmen.“ Die meisten der zurzeit 396 Mitarbeiter kennt er beim Namen, weiß, für welche Maschine sie verantwortlich sind. „Dafür bin ich schon lange genug da“, so der Werksleiter, der 2007 nach Schwalmstadt kam. Und wer einmal bei Freudenberg angefangen hat, bleibt in der Regel, nicht selten folgt auf den Vater der Sohn. Jedes Jahr werde ein halbes Dutzend Mitarbeiter für 40-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt.

Seit 39 Jahren bei Freudenberg ist Dieter Fenner, zuständig für die Polyurethan-Dichtungen, das Produkt mit dem meisten Umsatz. Der Standort Schwalmstadt gilt als weltweiter Innovationsführer auf diesem Gebiet. Als gelernter Landmaschinenmechaniker kam Fenner 1976 zu Freudenberg. Früher hätte er sich Meister genannt, heute lautet seine offizielle Bezeichnung Fertigungsassistent. Dichtungsringe in allen möglichen Formen werden in seiner Abteilung produziert, speziell nach Kundenwunsch. Kontrolle ist dabei da A und O.

Immer mehr Gewicht werde in die Entwicklung der Kunststofftechnik gelegt, so Wobbe, um die Qualität der Dichtungen ständig zu verbessern.

„Innovation ist unser Kapital“, sagt Jürgen Jäckel, der am Stangenprüfstand die Dichtungen per Computer testet. Mehrere Millionen Euro hat die Freudenberg-Gruppe in die neue Granulatanlage investiert, die im vergangenen Jahr in Betrieb ging: „Wir sind der einzige Freudenberg-Standort weltweit, der Polyurethan herstellt“, sagt Wobbe . Bis zu 600 Tonnen Granulat kann die Anlage pro Jahr produzieren, rund 30 Varianten von Polyurethan sind im Einsatz.

Und mit der millionenschweren Investition in die neue Anlage sei der Standort auch für die Zukunft gesichert, so Wobbe. Das sieht auch Betriebsratsvorsitzender Werner Knapp so: „Es steckt ein riesen Potential in dem Unternehmen“.

In der immer stärker werdenden globalen Ausrichtung des Standorts sieht Wobbe die größte Veränderung in den vergangenen Jahren. 60 Prozent des in Schwalmstadt produzierten Kunststoffgranulats wird vor Ort weiter verarbeitet, der Rest in Produktionsstandorten in Europa und Nordamerika zur Herstellung von Dichtungen verwendet.

Um auch den chinesischen Markt besser bedienen zu können, werde zurzeit von der Freudenberg-Gruppe in China ein neues Werk aufgebaut. Betreut werde dies von einem Mitarbeiter aus Schwalmstadt, berichtet Wobbe nicht ohne Stolz: Seit Anfang des Jahres ist Edgar Michl vor Ort in Taicang in der Nähe von Shanghai.

Anlässlich des 50-jährigen Betriebsjubiläums lädt die Firma Freudenberg für Samstag, 12. September, ab 10 Uhr zum Tag der offenen Tür in das Werk an der Ascheröder Straße 57 nach Treysa ein.

Von Kerstin Diehl

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