Eine erste Gelbe Schleife gibt es jetzt in Ziegenhain – Weitere sollen folgen

Den Menschen in Uniform

Ausdruck der Solidarität: Mitglieder des Fördervereins „Stab Division Schnelle Kräfte, Reservisten der Reservistenkameradschaft Schwalmstadt und Schwalmstadts Erster Stadtrat Detlef Schwierzeck enthüllten am Mittwochvormittag an der Ecke Fünftenweg-Bundesstraße die Gelbe Schleife. Fotos:  Haaß

Schwalmstadt. Obwohl seit Ende 2006 keine Soldaten mehr in Treysa stationiert sind, fühlt sich Schwalmstadt der Bundeswehr nach wie vor eng verbunden. Man sei gewissermaßen eine Garnisonstadt des Herzens, sagte der Erste Stadtrat Detlef Schwierzeck gestern Vormittag.

Gemeinsam mit Soldaten und Reservisten enthüllte Schwierzeck an der Ortseingangstafel in Ziegenhain als sichtbaren Ausdruck der Solidarität mit den Soldaten der Bundeswehr die erste Schwalmstädter „Gelbe Schleife“. Initiiert wurde die Aktion vom Förderverein „Stab Division Schnelle Kräfte“ in Stadtallendorf. „Das ist nicht irgendeine gelbe Schleife, sondern Ihre“, sagte der Vorsitzende des Fördervereins, Oberstleutnant Frank Hille.

Im Namen des Fördervereins bedankte sich Hille bei der Stadt. Einst habe es durch die allgemeine Wehrpflicht in jeder Familie einen Bezug zur Bundeswehr gegeben, heute seien Soldaten so gut wie aus dem Straßenbild verschwunden und man müsse auf Symbole zurückgreifen, stellte der Offizier fest: „Es geht um den Menschen in Uniform.“

Mit der Gelben Schleife würden die teilnehmenden Kommunen nicht einfach nur ihre Solidarität mit den Soldaten bekunden, sondern auch eine klare Aussage machen, erklärte Hille weiter: „Da sind Bürgerinnen und Bürger, die stehen zu ihren Soldaten.“

Solidarität sei ein kostbares Gut, sagte Detlef Schwierzeck und lobte die Aktion des Fördervereins „Stab Division Schnelle Kräfte“. Schwalmstadt als ehemaliger, langjähriger Bundeswehrstandort sei gern bereit gewesen, sich zu beteiligen und ein Zeichen zu setzten: „Es ist eine wichtige Botschaft an all die Männer und Frauen, die mit ihrem Einsatz in Kriegs- und Krisengebieten für Sicherheit in unserem Land sorgen.“

Rund ein Dutzend Städte und Gemeinden in der Region haben die wetterfesten gelben Schleifen bereits an prominenter Stelle installiert. Neben Schwalmstadt findet sich das Symbol unter anderem in Homberg, Stadtallendorf und Großenenglis. „In Kürze werde wir auch in Willingshausen eine Gelbe Schleife anbringen“, informierte Frank Hille.

Ursprung geht weit zurück

Ihren Ursprung hat die „Gelbe Schleife“ vermutlich im amerikanischen Bürgerkrieg. Damals banden Angehörige von Soldaten erstmals gelbe Bänder um Bäume, um ihre Verbundenheit auszudrücken. Insbesondere nach dem sogenannten Karfreitagsgefecht am 2. April 2010 in Afghanistan fand die „Gelbe Schleife“ ihren Weg nach Deutschland und verbreitet sich zunehmend. Damals fielen bei Kämpfen im Dorf Isa Khel bei Kundus drei deutsche Soldaten, mehrere wurden verwundet.

Nach der ersten „Gelben Schleife“ sollen auch in Schwalmstadt weitere folgen. Laut Schwierzeck möchte die Stadt mindestens fünf der Solidaritätssymbole an verschiedenen Stellen befestigen.

Von Matthias Haaß

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