Asklepios-Bedienstete protestierten gegen Krankenhausreform

Menschenkette für mehr Klinik-Personal

Schwalm-Eder. Mit einer bundesweiten Protestkette haben gestern deutschlandweit 162 000 Klinikbedienstete auf die Personalnot in Krankenhäusern aufmerksam gemacht. Dazu hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aufgerufen. Auch Bedienstete der Asklepioskliniken in Ziegenhain und Melsungen haben sich an der Aktion beteiligt.

In den rund 2000 deutschen Krankenhäusern fehlen nach einem Personalcheck von Verdi rund 162 000 Bedienstete - darunter allein 70 000 Fachpflegekräfte. Um diese Personalnot zu verbildlichen, hielten die Protestierenden Nummern von 1 bis 162 000 in die Luft. Dadurch wollten sie auch verdeutlichen, wie viele Menschen in den jeweiligen Kliniken als Arbeitskräfte fehlen.

In Ziegenhain beteiligten sich gestern 70 Angestellte an der Aktion, in Melsungen 30. „Das entspricht exakt der Zahl der fehlenden Mitarbeiter in beiden Kliniken“, sagte Claudia Steinbach von der Verdi-Betriebsgruppe der Asklepioskliniken im Schwalm-Eder-Kreis. Zwei Drittel davon fehlten in allein in der Pflege.

„Keine Pausen, ständig am Limit, mehrere Hundert Überstunden und trotzdem am Ende des Tages das Gefühl, den Patienten nicht in vollem Umfang gerecht geworden zu sein. Das ist unser Alltag“, kritisierte Steinbach. Ein Pfleger sei für zehn Patienten zuständig, in Dänemark sei es nur die Hälfte. „Das ist eine gute Zahl, daran sollten sich unsere Politiker orientieren“, so der Appell der Protestierenden.

Verdi fordert von der Bundesregierung eine gesetzliche Personalbemessung und keine weiteren Personaleinschnitte. Schichten nachts, an Wochenenden und Feiertagen sollten zudem von mindestens zwei Pflegefachkräften besetzt werden. Die Krankenhäuser sollten außerdem kontinuierlich über ihre Personalausstattung Bericht ablegen. „Es gibt nur ein kleines Pflegeförderprogramm. Das reicht nicht, wir wollen eine wirksame Lösung“, so Steinbach.

Von Daniel Göbel

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