Dritte Überschwemmung in vier Wochen

Hochwasser im Schwalm-Eder-Kreis: Dorf entging Überflutung nur knapp - Bewohner haben Angst

Wasser oberhalb der Grillhütte: Aus fünf großen Maisfeldern schwappen Schlamm und Wasser ins Dorf.
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Wasser oberhalb der Grillhütte: Aus fünf großen Maisfeldern schwappen Schlamm und Wasser ins Dorf.

Innerhalb von vier Wochen gab es drei Überschwemmungen in Merzhausen (Schwalm-Eder-Kreis). Die Bewohner haben Angst um ihr Hab und Gut.

Merzhausen – In den späten Nachmittagsstunden des Donnerstags ist Merzhausen nur knapp der dritten Überschwemmung des Dorfes in diesem Jahr entgangen. Das teilt Ortsvorsteher Heinrich Keller mit. Vor allem der Tatsache, dass hilfsbereite Merzhäuser mit Misthaken bei Wind und Regen dafür gesorgt hätten, dass sich der Kanaleinlauf in Höhe des Friedhofs nicht verstopfte, sei es zu verdanken, dass sich diesmal die Schlamm- und Wassermassen nicht ins Dorf wälzten. Außerdem war die Niederschlagsmenge wesentlich geringer als zuletzt.

Obwohl deutlich weniger vom Himmel prasselte, verwandelten sich Feldgräben in reißende Bäche, die das Wasser aus Richtung Grillhütte und vom alten Wasserbassin von den Hanglagen zum Ortsrand transportierten. Vor allem von den fünf großen Maisfeldern, die in unmittelbarer Nähe zum Dorf angesiedelt sind, strömte das Wasser ungebremst über geteerte Wege und Feldgräben auf das Dorf zu.

Bereits zwei Mal von Starkregenereignissen betroffen – „einige sind bereits traumatisiert“

„Ungeachtet des glimpflichen Ausgangs an diesem Nachmittag ist die Stimmung im Dorf bei den Bürgern, die zuletzt betroffen waren, explosiv. Einige sind bereits traumatisiert und können nachts schlecht schlafen, da sie bei jeder Gewittermeldung in Panik geraten, weil sie befürchten, erneut abzusaufen“, beschreibt der Ortsvorsteher die Situation in Merzhausen.

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Jetzt räche es sich, dass die Kommune seit den ersten lokalen Starkregen in 2014 nicht wirklich tätig geworden sei und es versäumt habe, Maßnahmen zu ergreifen, die Wasser und Schlamm vom Dorf fernhalten würden, kritisiert Keller. Bereits im Juni war Merzhausen zwei Mal von Starkregenereignissen betroffen gewesen.

Feuerwehr im Einsatz: Schlamm in den Straßen

War es am Abend des 9. Juni überwiegend der Schlamm in den Straßen, der die Einsatzkräfte beschäftigte, so war die Lage in der Nacht zum 21. Juni eine andere: Die Kanäle konnten die Wassermassen nicht mehr fassen, so drückte die schmutzig-braune Brühe in den Kellern hoch. An die 50 Häuser waren betroffen, schätzte Ortsvorsteher Heinrich Keller. Wie er berichtete, hatte ein Merzhäuser bei diesem Starkregenereignis 51 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen.

Auch am Neuenhainer See (Schwalm-Eder-Kreis) hieß es zuletzt Land unter: Der anhaltende Regen der vergangenen Tage hatte stellenweise zu Hochwasser an dem beliebten Ferienort geführt. (Sylke Grede)

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