Ahle Wurscht verbindet

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Viele Varianten: Sylwia Luckhardt (links) und Marissa Hagemeister zeigen verschiedene Arten der Ahlen Wurscht.

Seigertshausen. Wer in den Neukirchener Stadtteil Seigertshausen fährt, der entdeckt gleich wehende Fahnen: Die stehen in diesem Fall nicht etwa wie in dem bekannten Sprichwort für einen Flüchtigen. Vielmehr sind sie Symbol für Beständigkeit im Metzger-Handwerk – und zwar bei der Familie Luckhardt.

Schon vor mehr als 100 Jahren begann der Urgroßvater von Metzgermeister Volker Luckhardt mit den ersten Hausschlachtungen. Die Tradition gab er weiter an den Sohn, der ebenfalls Hausschlachter wurde. Da war es fast selbstverständlich, dass Volker Luckhardt in die familiären Fußstapfen trat: 1978 begann der Seigertshäuser seine Lehre zum Fleischer. Nach einigen Gesellenjahren legte er am 20. Februar 1985 mit Erfolg die Meisterprüfung ab – und wagte, nach einem umfassenden Umbau der vorhandenen Wirtschaftsgebäude, den Schritt in die Selbständigkeit.

Verkaufsautos unterwegs

Am 1. Oktober 1988 eröffnete Luckhardt seinen Betrieb im Neukirchener Stadtteil Seigertshausen. Nach und nach wuchs die Metzgerei, der Firmeninhaber investierte stets mit Weitblick in die Zukunft: In mehreren Bauabschnitten wurde der Betrieb regelmäßig modernisiert und vergrößert. Und Volker Luckhardt begriff, dass die Nähe zum Kunden immer unerlässlicher wird. Er setzte zwei Verkaufsautos ein, mit denen er tagtäglich in Nordhessen unterwegs ist – regelmäßig in Marburg und Treysa.

An drei Tagen in der Woche verkauft Luckhardt seine Schwälmer Spezialitäten zudem in der Kasseler Markthalle. Im Frühjahr 2013 wurde noch einmal der Laden in Seigertshausen umgebaut. Er präsentiert sich hell und freundlich, Regale und Verkaufstheke setzen die Wurstwaren gekonnt in Szene. Ausgebaut wurden in diesem Zuge auch zwei große Reiferäume für die Ahle Wurscht und eine moderne Räucheranlage. Im August konnte der moderne Verkaufsraum neu eröffnet werden. Als moderne Betriebsstätte hat die Metzgerei Luckhardt 2007 als zweiter Betrieb im Regierungsbezirk Kassel die EU-Zulassung vom Regierungspräsidium in Kassel erhalten – und zwar als Schlachthof für Schweine, Zerlegungsbetrieb für frisches Fleisch vom Schwein sowie als Herstellungsbetrieb für Gehacktes und für Fleischerzeugnisse aus Schweinefleisch. Bis heute wird zwei Mal wöchentlich geschlachtet. Auch Hausschlachtungen bietet der Metzgermeister noch an. Besondere Spezialität im Haus ist die Herstellung der Ahlen Wurscht. Hierbei handelt es sich um ein rein handwerkliches Produkt. Die Voraussetzung für eine gute Wurst garantieren schwere Schweine, die Verarbeitung direkt nach der Schlachtung, die Zugabe von frisch zusammengestellten Gewürzen sowie die lange Reifung in Abhängigkeit vom Kaliber. „Das Klima des Hohen Knülls und das Fingerspitzengefühl mit dem Herz zum Detail lässt unsere Ahle Wurscht etwas ganz Besonderes werden“, erklärt der Metzgermeister.

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Um die hohe Qualität, die Tradition und die kulinarische Kultur des nordhessischen Nahrungsmittels Nummer eins zu bewahren, gründete sich 2004 ein Förderverein – Mitgründer war Volker Luckhardt. Der Verein ist ein Zusammenschluss von Herstellern Nordhessischer Ahler Wurscht, die nach dem hochwertigen traditionellen Verfahren arbeiten. Denn die Wurst ist nicht nur in Nordhessen berühmt, sondern weit über die Grenzen hinaus gefragt. Die Spezialität geht von Seigertshausen aus regelmäßig in alle Welt – unter anderem nach Hong Kong, Spanien und Frankreich.

Zuständig sind dafür allen voran Metzgermeister Volker Luckhardt und seine Frau Sylwia. Unterstützt werden sie von ihrem Team: sechs Verkäuferinnen, drei Gesellen und zwei Auszubildenden. 2013 feierten Luckhardts 25-jähriges Bestehen und eröffnete den modernisierten Betrieb neu. (zsr)

Öffnungszeiten des Hauptgeschäftes in Neukirchen-Seigertshausen, Im Höfchen 2: Montag, 7.30 bis 13 Uhr, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag jeweils von 7.30 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 7.30 bis 13 Uhr; mehr unter www.schwaelmer-ahle-wurscht.de oder bei Facebook

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