Digitalisierung als Schlüssel für vieles

Michael Schär will erster CDU-Landrat im Kreis werden

Mit der Familie ím Herzen von Fritzlar: von links Sabine, Pauline (seit heute 3), Michael und Lena (6) Schär, im Hintergrund der Graue Turm.
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Mit der Familie ím Herzen von Fritzlar: von links Sabine, Pauline (seit heute 3), Michael und Lena (6) Schär, im Hintergrund der Graue Turm.

Bei der Kommunalwahl am 14. März wählen die Menschen im Schwalm-Eder-Kreis auch ihren Landrat. Wir stellen die Kandidaten im Porträt vor. Heute Michael Schär (CDU)

Schwalm-Eder– Michael Schär kann sich ein Leben ohne Politik nicht vorstellen: Mit 14 Jahren trat der heute 36-Jährige in die Junge Union ein, nach dem Abi in Fritzlar studierte er Politik und seit 2011 arbeitet er hauptamtlich mit und für die Politik. Schär lässt keinen Zweifel daran, dass er hier seine Zukunft sieht: „Es hat viel mit Begegnung und Menschen zu tun.“ Man müsse sich immer wieder zusammensetzen, auch über Parteigrenzen hinweg, das gefalle ihm. Und wie definiert er dieses Tun: „Ich will für die Menschen in meiner Umgebung das Bestmögliche herausholen.“ Den Schwalm-Eder-Kreis hat Schär eigentlich nie richtig verlassen, die Entscheidung, sich als Landrat zu bewerben, die sei schon länger gefallen, er fühle sich absolut bereit für das Amt.

Und welche Sicht hat der Fritzlarer Michael Schär auf diesen Flächenkreis, an dessen Spitze er will? Da nimmt der Herausforderer durchaus größere Unterschiede wahr, vom „Kasseler Speckgürtel im Norden bis zum ländlich eingebetteten Schwalmstädter Raum“. Kommunale Selbstverwaltung und Identität seien sehr wichtig. Schär: „Der Landkreis ist für mich die Servicestelle, um die Städte und Gemeinden in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen.“ Das gelte auch und gerade für die ganz kleinen Kommunen. Doch wie würde Schär das Landratsamt führen, wenn er der allererste CDU-Mann auf diesem Posten wäre? Hier hält sich der 36-Jährige zurück – Schelte über die geschlossene Riege von SPD-Landräten in Schwalm-Eder ist seine Sache offenbar nicht. Er wolle „kein Wiesbaden im Kleinen“, sagt er, „keine Selbstbeschäftigung, sondern die Fokussierung auf die eigenen Aufgaben“.

Digitalisierung ist wichtiges Thema in allen Bereichen

Von starker und kräftig wachsender Bedeutung sieht Schär die Digitalisierung in allen Bereichen. Er finde es „falsch, auf Anreize von außen zu warten“. Er könne sich zahlreiche Pilotprojekte vorstellen mit vielen eigenen Ideen und Apps und Portallösungen vom Vereinsangebot bis zu neuartigen Mobilitätslösungen. Die ganze Verwaltung müsse durch Digitalisierung besser erreichbar werden. Offensiv kritisch bewertet Schär den Grad der Digitalisierung der Arbeitsplätze in der Kreisverwaltung: Es sei nicht zu verstehen, dass von über 700 PC-Arbeitsplätzen nur die Hälfte im Homeoffice funktioniere, „hier braucht es Lösungen, auch zusammen mit hessischen Nachbarn“. Auch sei es unverständlich, warum die Mitarbeiter ganz überwiegend nach Homberg müssten, Satellitenbüros seien bei der heutigen digitalen Aktenführung eine naheliegende Lösung. Großen Nachholbedarf sieht der CDU-Kandidat auch bei der Digitalisierung der Schulen, diese müsse nun vom jeweiligen Breitbandanschluss auch bis in die Klassenräume gelangen, es fehle oft an der WLAN-Infrastruktur, während Schulleitungen zu viel Zeit in Verwaltungstätigkeiten stecken müssten. Hier sieht Schär einen Schulverwaltungsdienst und IT-Support von außen als wichtige Entlastung.

Einer der Eckpunkte in Schärs Wahlprogramm ist die medizinische Versorgung, Stichwort Erhalt der Krankenhausstandorte, dazu die Schaffung von Versorgungszentren auch in kommunaler Zusammenarbeit. Die bestehende Altersstruktur der Landärzte erfordere neue Ansätze wie Telemedizin und Gemeindeschwestern. Große Erwartungen hegt der Kandidat in Bezug auf die bald durchgebaute A49. Bezüglich des dann erforderlichen Straßennetzes im Südkreis habe der Kreis aber besondere Aufgaben. Die Chancen im Tourismus könnten durch viel mehr Kooperation über die Grimmheimat Nordhessen hinaus optimiert werden.

Und was ist da noch im Leben des Michael Schär? Wer ist er privat? Wenn der Ehemann und Vater zweier kleiner Töchter wirklich einmal Zeit hat, gefallen ihm Gesellschaftsspiele im Freundeskreis, so zum Beispiel die viel Kombinationsgeist erfordernden Exitgames von Kosmos. Durchs Fritzlarer Kaiserfest kam er auch zum historischen Live-Rollenspiel oder Histotainment. Die Zeit allerdings ist knapp, zu knapp etwa für die Feuerwehrarbeit, die er schon zu Studienzeiten habe aufgeben müssen. Eigentlich ist es eben die Politik, die Michael Schär am meisten Spaß macht. (Sylke Grede und Anne Quehl)

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