Mit Messtechnik unterwegs

Schwalm: Alle vier Jahre bewertet Hessen Mobil den Straßenzustand

Baustellenschilder an der Kreisstraße Richtung Todenhausen
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Wie hier an der Kreisstraße Richtung Todenhausen werden aktuell an vielen Stellen im Altkreis die Straßen durch Hessen Mobil grundhaft saniert.

Wann, wo und warum Straßen repariert und gegebenenfalls grundhaft saniert werden, erschließt sich dem Laien nicht immer. Hessen Mobil erklärt die Vorgehensweise.

Schwalm. Egal in welche Richtung man aktuell im Altkreis Ziegenhain fährt, früher oder später kommt man zu einer Straßenbaustelle, die oft mit langen Umleitungsstrecken verbunden sind. Wir fragten bei Hessen Mobil, nach welchen Kriterien Bauarbeiten im Straßenbereich vorgenommen werden und wie die Arbeiten priorisiert werden.

Wie wird der Reparaturbedarf eigentlich ermittelt?

„Wir kennen unsere Straßen. Die Streckenwarte von Hessen Mobil sind ständig im rund 15 200 Kilometer langen Netz der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen unterwegs und kontrollieren jeden Streckenabschnitt mindestens einmal in der Woche“, sagt Marco Lingemann. Darüber hinaus findet alle vier Jahre eine tiefgehende und lückenlose Straßenzustandserfassung der Bundes- und Landesstraßen im Auftrag von Hessen Mobil statt.

Für die Kreisstraßen wird die Straßenzustandserfassung durch den jeweiligen Landkreis beauftragt. Bei der Zustandserfassung fahren mehrere mit unterschiedlicher Spezialtechnik ausgestattete Messfahrzeuge alle Straßen ab. „Mit Lasertechnik, hochauflösenden Videokameras und Messrädern werden Ebenheit und Griffigkeit der Fahrbahn sowie Substanzschäden der Straße erfasst und bewertet“, so Lingemann. Die Messgeräte erkennen selbst feine Risse in der Fahrbahn, die bei der Befahrung durch Autofahrer gar nicht wahrgenommen werden können.

Schadstellenmarkierung auf einer Straße.

Warum wird eine Straße repariert, während eine andere Straße für Hessen Mobil noch „gut“ ist? Für den Laien erschließt sich oft die Priorisierung nicht.

Der Entscheidung, ob und mit welcher Priorität eine Straße oder ein Bauwerk in ein Bauprogramm aufgenommen werden, liegen laut Hessen Mobil mehrere Kriterien zugrunde: Hierzu gehören neben der Bewertung des baulichen Zustandstands unter anderem auch die Verkehrsbedeutung der Verbindung und Sicherheitsaspekte wie das Unfallgeschehen. Die Straßenmeistereien sind dafür verantwortlich, dass sich die Straßen und dazugehörige Bauwerke wie Brücken stets in einem sicheren und verkehrstüchtigen Zustand befinden. Kleinere Straßenschäden reparieren die Straßenmeistereien mit eigenen Mitteln. Die Beseitigung von größeren Schadstellen, für die unteranderem Spezialgerät wie ein Asphaltfertiger benötigt wird, vergib die Behörde in Maßnahmenbündeln an Fachfirmen.

Wer koordiniert die Arbeiten an den Straßen?

Grundlegende Arbeiten an Fahrbahn oder Bauwerken werden in sogenannten Bauprogrammen gelistet. Für jede Straßenkategorie gebe es ein separates Bauprogramm, da die Maßnahmen aus unterschiedlichen Haushaltstöpfen finanziert werden, sagt Marco Lingemann: „Hessen Mobil stellt die jeweiligen Bauprogramme für Bundes- und für Landesstraßen zusammen, die Landkreise für die Kreisstraßen.“

Ist klar, dass an einen bestimmten Streckenabschnitt gebaut werden soll, sind umfangreiche Abstimmungen mit Kommunen und weiteren Behörden erforderlich, was wiederum Auswirkungen auf den Zeitplan haben kann, erklärt der Sprecher von Hessen Mobil. Bei der Terminierung der Arbeiten achtet Hessen Mobil nach eigenen Angaben darauf, das möglichst keine Straßen gleichzeitig gesperrt werden, die sich in sogenannter verkehrlicher Abhängigkeit zueinander befinden. Wie man jüngst in Seigertshausen sehen konnte, klappt das nicht immer.

Nimmt Hessen Mobil bei der Planung der Arbeiten - und der damit verbundenen Sperrungen - Rücksicht auf die Hilfsfristen der Rettungskräfte?

Ja! Jede Straßensperrung werde im Vorfeld mit Fachbehörden wie Polizei, Rettungsdiensten, Feuerwehr, öffentlichem Nahverkehr und den kommunalen Ordnungsämtern abgestimmt, so der Sprecher. „Ergebnis der Abstimmung kann auch hier sein, dass die Umsetzung einer Maßnahme zeitlich oder in der Durchführungsweise angepasst werden muss.“ (Matthias Haaß)

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