Die Liste der Schäden ist lang 

Bahnradweg hat viele Risse: Förderverein Europaradweg dokumentiert und stellt Mängel fest

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Sehen Gefahren für Radfahrer und Inliner: von links Uwe Rohland und Wilfried Lippert haben die Quer- und Längsrisse dokumentiert.

Quer- und Längsrisse im Asphalt, fehlende Streckenmarkierungen, Schäden an Geländern – die Liste der Schäden am Bahnradweg Rotkäppchenland ist lang.

Mitglieder des Fördervereins Europaradweg hatten sich dieser Tage aufgemacht, um den Zustand des erst im Jahr 2013 eröffneten Radweges zu überprüfen.

Der Förderverein nahm die gesamte 35 Kilometer Wegstrecke von Treysa bis Oberaula-Wahlshausen ins Visier und hielt allein 80 Asphalt-Querrisse und 640 Meter Längsrisse fest. „Hier muss mit dem Unterbau etwas nicht in Ordnung sein. Man hätte die Schäden vor Ablauf der Gewährleistungspflicht anmahnen müssen“, sagt Wilfried Lippert, der gerade Inline-Fahrer und Radfahranfänger in Gefahr sieht. „Man sieht die Risse und Bodenwellen der Baumwurzeln nicht rechtzeitig. Die Radler verlassen sich auf eine intakte Fahrbahn und rechnen nicht mit solchen Mängeln“, warnt Lippert.

Unfallrisiko 

Der Radweg war in drei Teilabschnitten gebaut worden und gerade der zweite Bauabschnitt von Oberaula-Wahlshausen weise erhebliche Mängel auf. „Das ist ein Unfallrisiko. Es besteht Handlungsbedarf“ sagen auch die Mitglieder Patrick Müller und Stephan Hofmann. Besonders ärgerlich sei auch die Tatsache, dass die teuren Kilometermarkierungen, die eigentlich alle 500 Meter den Weg weisen, permanent geklaut oder beschädigt würden. Mal seien es Souvenirjäger, dann wieder werde bei der Pflege der Randstreifen mit den große Mähfahrzeugen nicht auf die Schilder geachtet, sodass sie umgefahren werden. „Wir haben unsere Mängelliste an alle Bürgermeister die Anrainerkommunen Schwalmstadt, Willingshausen, Neukirchen, Ottrau und Oberaula und an Hessen Mobil, die mit der Bauleitplanung betraut waren, gesandt. Es wird Zeit, dass man sich um den Radweg kümmert“, so Wilfried Lippert, der hofft, dass nicht die Kommunen selbst auf den Reparaturkosten sitzen bleiben.

Mängelliste

Die Mängelliste mahnt beispielsweise die fehlende Hinweistafel am Einstiegsparkplatz Haaße-Hügel an, moniert eine verschwundene Bank-Tischkombination und die defekte Luftprüfanlage am Bahnhof Ziegenhain, Point Deutsche Einheit. Äußerst gefährlich auch das defekte Brückengeländer an der Sängermühle. Für die vielen verschwundenen Kilometermarkierungen schlägt der Verein vor, diese grundsätzlich nicht mehr alle 500 Meter, sondern nur noch alle 1000 Meter anzubringen. Die noch vorhandenen Schilder könnten dann mit neuer Beklebung ausgestattet werden und so den Weg im größeren Abstand weisen. Welche Attraktion der Bahnradweg ist, werde gerade am morgigen Donnerstag, 21. Mai, 16.30 Uhr, mit der Ausstrahlung von „Mit dem Rad durch die Schwalm“ im HR-Fernsehen noch einmal gezeigt.

Radweg ist ein Segen für die Region 

Der Radweg sei vom Bund für elf Millionen Euro gebaut worden und sicherlich ein Segen für die Region. Doch schon jetzt müssten die Anrainergemeinden für die Pflegearbeiten wie Baum- und Heckenschnitt, sowie die Mäharbeiten jährlich hohe Summen aufbringen. „Wenn die Kommunen nun selbst die Reparaturkosten tragen müssten, wäre das der Kollaps“, prophezeit Wilfried Lippert vom Förderverein, der somit viel mehr Bund und Land in der Pflicht sieht.

Der Bahnradweg Rotkäppchenland ist ein Teilstück der Deutschlandroute D 4, die von Calais über Aachen und den Rotkäppchenlandweg bis nach Görlitz und schließlich nach St. Petersburg führt. „Der Bahnradweg sind 35 Kilometer auf der Route durch Europa“, sagt Lippert. Der Weg werde Tag für Tag von Touristen und Einheimischen genutzt und sei eine Attraktion der Region, die nun aber auch der Pflege und Wartung bedürfe.

25 E-Bikes

Der Förderverein hatte mit Spendengeld der VR-Bank Hessenland schon gleich nach Eröffnung des Radweges 25 E-Bikes angeschafft, die bis heute im Fachhandel in Schwalmstadt, Neukirchen und Gilserberg geliehen werden können. „Der Radweg erhöht die Lebensqualität auf dem Land“, sagen die Fördervereinsmitglieder, die selbst einen Rastpavillon in Weißenborn errichtet hatten.

Von Regina Ziegler-Dörhöfer

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