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Gregorian Voices gastierten in der Schlosskirche Ziegenhain

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Sie boten den Gästen einen hochkarätigen Abend: von links Gerhiy Rybyn, Roman Glado, Yurii Safronov, Jeremiah Sobko, Nazarii Mychalchuk, Volodymir Chikalo, Roman Semenchuk und Leiter Serniy Nemerko.
Sie boten den Gästen einen hochkarätigen Abend: von links Gerhiy Rybyn, Roman Glado, Yurii Safronov, Jeremiah Sobko, Nazarii Mychalchuk, Volodymir Chikalo, Roman Semenchuk und Leiter Serniy Nemerko. © Jochen Schneider

Am Wochenende war die Gruppe Gregorian Voices zu Gast in der Ziegenhainer Schlosskirche. Das Vokaloktett kommt aus Lwiw, einer Großstadt in der Westukraine.

Ziegenhain. Auch in Zeiten von Corona sind Konzerte möglich: Einlasskontrolle mit Abgleich des Ausweises, Maskenpflicht für alle Besucher während der gesamten Veranstaltung, jede zweite Reihe abgesperrt und alle 30 Minuten Tür auf zum Lüften. Doch all das nahmen die Zuhörer am Freitagabend für die Musik der Gregorian Voices in Ziegenhain gern in Kauf.

Die Besucher nahmen in der illuminierten Schlosskirche Platz: Das Vokaloktett aus Lwiw, einer Großstadt in der Westukraine, startete mit liturgischem Gesang, der sich zur Fünfstimmigkeit mit volumenreichen Bässen und aufsteigenden Falsettstimmen steigerte.

Auch Popsongs im Repertoire

Leiter Serniy Nemerko ließ sich vor jedem Lied von der Stimmgabel den Ton angeben, der bei der Stille in der Kirche bis in die letzte Reihe hörbar war. Gregorianische Choräle – also der einstimmige, unbegleitete, liturgische Gesang der katholischen Kirche in lateinischer Sprache – zogen das Publikum wahrhaft in ihren Bann. Vielen Gäste dürften dabei Bilder aus dem Kloster Eberbach im Rheingau ins Gedächtnis gekommen sein, wo Teile des Films „Der Name der Rose“ von Umberto Eco gedreht wurden.

Die Männer mit den Tenor-, Bariton- und Bassstimmen hatten aber nicht nur Lieder der Renaissance und des Barock im Repertoire, sondern auch englischsprachige Popsongs in gregorianischer Adaptation. Da wurden Klassiker der Popmusik interpretiert wie „Ameno“ von Era und auch das gut in die Kirche passende „Hallelujah“ von Leonard Cohen, das viel Applaus auslöste. Weiter dabei waren Titel wie „Sound Of Silence“ von Simon And Garfunkel, der von der glockenklaren Tenorstimme von Roman Glado umgesetzt wurde. „My Way“ von Frank Sinatra und „Angel“ von Robby Williams begeisterten ebenso wie ein Hit aus den 1970er-Jahren: „Sailing“ von Rod Stewart, der im Stil des gregorianischen Gesangs neu arrangiert wurde.

Die Zuhörer klatschten ordentlich Beifall und erhoben sich zum Konzertende von den Kirchenbänken. Als Zugabe hörten sie von Abba „Thank You For The Music“. Den Sängern gelang es uneingeschränkt, die etwa 60 Zuhörer auf eine faszinierende musikalisch-gesangliche Reise mitzunehmen, geprägt von beeindruckender stimmlicher Vielschichtigkeit, die im Gedächtnis bleibt. (Jochen Schneider)

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