Diagnose war ein Schock

Udo Mosig hat seine Geschichte mit der Krankheit Parkinson aufgeschrieben

Buchautor: Udo Mosig aus Lenderscheid hat seinen Weg mit der Parkinson-Krankheit aufgeschrieben. Foto: Rose

Lenderscheid. Seit dem 1. September 2010 ist für Udo Mosig nichts mehr wie es vorher war. Er hatte einen Zusammenbruch, die Diagnose: Parkinson. In einem Buch hat er seinen Weg mit der Krankheit aufgeschrieben.

Damals brach der Lenderscheider auf seiner Terrasse zusammen. Die Stunden danach hat er zwar wahrgenommen, „aber wie durch einen Schleier erlebt“. Benommen, verwirrt und ein steifer Nacken - das waren zunächst Udo Mosigs Symptome.

Die Ärzte tippten auf eine Hirnhautentzündung. Die hatte der Lenderscheider schon einmal gehabt. Mit dem Transport in die Klinik begann die Suche nach der Ursache. Eine Odyssee, an die sich der 60-Jährige ungern erinnert. Heute weiß Mosig, dass er an Parkinson erkrankt ist.

Auseinander gesetzt hat er sich mit der Krankheit in seinem Buch „Mein Weg mit meiner Krankheit“, das er im Selbstverlag hat drucken lassen. Anfang November wird Mosig das Buch in Homberg vorstellen. Die Diagnose hat das Leben des 60-Jährigen stark verändert: „Das schlimmste war aber, zunächst nicht zu wissen, was los ist“, sagt er.

Als er Medikamente nahm, die den Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander brachten, begann er, seinen Weg aufzuschreiben. „Ich habe zunächst auf den Reha-Plan geschrieben. Als ihn die Schwester haben wollte und das sah, brachte sie mir einen Schreibblock.“ Nach seinem Zusammenbruch wurde Mosig zunächst nach Hephata, ins Klinikum Ziegenhain und weiter nach Marburg gebracht.

Er habe mit einem Parkinson-Patienten, dem es sehr schlecht ging, auf dem Zimmer gelegen. Wochenlang habe man kaum mit ihm geredet: „Ich wurde von einer Untersuchung zur nächsten weiter gereicht“, erzählt der 60-Jährige.

Nach drei Wochen habe man ihm von einer Minute zur anderen mitgeteilt, er könne nach Hause. „Die Schwester sagte, es würde alles im Arztbrief stehen.“ Auf dem Flur habe er auf seine Frau gewartet, die ihn abholen sollte. Die habe den behandelnden Arzt angesprochen. Der Arzt habe sich „auf dem halben Treppenabsatz umgedreht“ und gerufen: „Ach übrigens, Sie haben Parkinson.“ Auf der Heimfahrt habe keiner mehr ein Wort gesagt. „Wir standen unter Schock.“ Erst in der Reha in Rotenburg habe man ihn umfassend aufgeklärt, ihm erläutert, dass er nicht mehr würde Auto fahren können. Auch arbeiten durfte Mosig nicht mehr.

Heute sei er mit der Einstellung der Medikamente zufrieden. „Zum Laufen brauche ich eine Gehhilfe und wenn ich mit der rechten Hand Suppe löffele, ist sie kalt, wenn sie am Mund ankommt - aber ansonsten geht es mir gut“, sagt er. Constanze Otto, die Frau von Mosigs Patenkind, hat die Aufzeichnungen abgetippt und den Druck des Buches realisiert. „Ich will zeigen, dass man mit der Krankheiten etwas machen kann“, sagt Udo Mosig.

Ein Arzt habe ihm mal flapsig erklärt, dass man bei einer Untersuchung sehe „wie viele Lichter noch im Gehirn brennen“. „Bei mir brennen noch viele“, ist der Lenderscheider überzeugt.

Von Sandra Rose 

Udo Mosig stellt sein Buch am Freitag, 7. November, 19 Uhr, in der Praxis für Ergotherapie von Ellen Helene Bendig in der Westheimer Straße 2 in Homberg vor. Um telefonische Anmeldung unter Tel. 05681/608867 oder 05684/1447 wird gebeten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.