Kampfmittelräumung in der Festung: Gutachten stehen noch aus

Munition im Wallgraben: Vorarbeiten ab Frühjahr

Ziegenhain. Aus dem Wallgraben in Ziegenhain wird gefährliche Munition gesiebt werden – ein Verfahren, das es in dieser Form noch nie gegeben haben soll. Das Justizministerium bestätigt, dass mit den Vorarbeiten der Kampfmittelräumung im Frühjahr oder im Sommer kommenden Jahres begonnen wird. Wann der Kampfmittelräumdienst tatsächlich die erste Munition – Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg – in Empfang nehmen wird, ist allerdings weiterhin unklar.

Denn unter „Vorarbeiten“ sind lediglich Bauvorbereitungen, beispielsweise an den Ufern, zu verstehen. Das bestätigt der Ministeriumssprecher. Zwar standen die Zeichen für das Projekt noch nie so eindeutig auf Grün, dennoch könnten einige Faktoren den Zeitplan beeinflussen. Aktuell stehen Gutachten, die das Verfahren verzögern könnten, noch aus.

Zur Planungs- und Vorbereitungsphase gehören unter anderem biologische und hydrogeologische Untersuchungen. So wird nach geschützten Arten gesucht, die eventuell durch die Arbeiten gefährdet werden könnten. Sollten welche gefunden werden, kann dies zu Verzögerungen der Planungen führen. Mit einer weiteren Hürde für das Vorhaben beschäftigen sich sogenannte Limnologen, die ein Gewässergutachten erstellen. Denn das Regierungspräsidium fordert, dass es durch die Kampfmittelräumung zu keiner Verschlechterung der Wasserqualität kommt. Auch sollen gesundheitliche Risiken für die Anwohner ausgeschlossen werden. Denn durch die Arbeiten wird der Schlamm aufgewirbelt – und das könnte riechen. Geklärt werden muss, welchen Geruchsbelästigungen die Anrainer ausgesetzt wären.

Wenn die Gutachten vorliegen, wird im Herbst ein Kosten- und Zeitplan vorgelegt. Dann erst kann eine europaweite Ausschreibung stattfinden. Die eigentliche Kampfmittelräumung soll nach circa anderthalb Jahren abgeschlossen sein.  Zum Tage, Hintergrund

Von Sylke Grede

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