Museum der Schwalm zeigt Mausefallen aus vergangenen Jahrhunderten

Ziegenhain. „Wir haben hier eine außergewöhnliche Ausstellung, die uns in unserer bäuerlich geprägten Region auf den Leib geschneidert ist", sagte Konrad Nachtwey am Sonntag zur Begrüßung von 40 Besucher im Museum der Schwalm.

Die Ausstellung trägt den Titel „Von Menschen und Mäusen", und hat in der Tat viel mit der landwirtschaftlich geprägten Schwalm zu tun.

In den Räumen des Museum präsentiert Reinhard Ewert seine umfangreiche Sammlung von Mausefallen. Seit 25 Jahren sammelt der pensionierte Lehrer aus Grünberg die Fallen und hat sie in den vergangenen Jahren immer wieder für Ausstellungen zu Verfügung gestellt.

Zu sehen sind Exponate aus den vergangenen Jahrhunderten, die Ewert aus vielen Ländern zusammengetragen hat. In seiner Einführungsrede rechnete Ewert vor, dass ein Mäusepaar in einem einzigen Jahr theoretisch eine Nachkommenschaft von 781.250 Mäusen hervorbringen könne. Diese Zahl mache deutlich, warum der Kampf gegen die Maus die Menschen seit Jahrtausenden beschäftige. „Es wird ertränkt, erschlagen, erwürgt, erstochen, festgeklebt, vertrieben, elektrisiert, lebend gefangen und vergiftet.“

Die Mausefallen in der Ausstellung spiegeln diesen Kampf und Maßnahmen wie aus einem Horrorfilm wider. Es gibt runde und eckige Drahtkörbchen zu sehen, in denen die Mäuse gefangen werden. Es gibt Konstruktionen mit Klötzen, die bei Berührung heruntersausen, oder Schlingen, die die Maus erwürgen. Wippen versperren nach dem Betreten der Falle den Rückzug, glatte Innenwände von Keramiktöpfen verhindern die Flucht und mit Wasser gefüllte Gefäße ertränken die Maus.

„Viele meiner Mausefallen sind von den Menschen in Heimarbeit erstellt worden. Mit Ziegeln, Gläsern oder dem Rest einer alten Fischdose stellten sie ihre eigenen funktionierenden Fallen her“, erklärte Ewert, „billig, aber erfolgreich.“

Dass es in den vergangenen Jahrhunderten den Lehrberuf des Mausefallenherstellers gab und andere Informationen über das Verhältnis von Maus und Mensch werden in Schaukästen dargestellt. Auch Sprichworte, Postkarten und Kuriositäten finden sich.

Von Christiane Decker

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