Erzählungen auf Leinwand

Museum wiedereröffnet: Michael Lampe stellt aus

Ausflug in die Kunstgeschichte: Künstler Michael Lampe vor seinem Werk „Die verspäteten blauen Pferdchen“.
+
Ausflug in die Kunstgeschichte: Künstler Michael Lampe vor seinem Werk „Die verspäteten blauen Pferdchen“.

Am Sonntag öffnete das Museum der Schwalm nach vielen Monaten Schließzeit wieder seine Türen für alle Kunstinteressierten.

Ziegenhain – Zur Vernissage der Ausstellung „Literarische Landschaften – Malerei und Grafik von Michael Lampe“ waren etwa 45 Gäste gekommen. Peter Reuter, Vorsitzender des Schwälmer Heimatbundes (SHB), begrüßte das Publikum im Vorhof des Museums – im großen Saal war die Personenanzahl auf 25 begrenzt.

Er freue sich, dass die Zeit des Stillstandes vorbei sei und Michael Lampe spontan bereit gewesen sei, seine neuen Werke auszustellen, so Reuter. Bevor jedoch die Ersten die Wendeltreppe zum Saal bestiegen, führte Marta Pankratova als Laudatorin in die aktuelle Ausstellung ein. „Das zentrale Thema ist die Erinnerung. Märchen- und Sagentexte, die von Lampe handschriftlich auf die Leinwand geschrieben sind, bilden den Bildhintergrund“, erläuterte die Kunsthistorikerin.

Der Künstler erzähle in seinen Bildern Geschichten und spiele mit der Kunstgeschichte, sodass sich seine blauen Pferdchen um über hundert Jahre verspäteten. „Die Bilder sprechen eine geheimnisvolle Sprache und geben ihre Botschaften nicht vollständig preis“, sagte Pankratova. Sie seien zu keinem Zeitpunkt reine Illustrationen von Märchen, sondern verfremdet. Doch gerade diese fragmentarische Unvollständigkeit lasse dem Betrachter genügend Raum für die eigene Interpretation der Geschichte.

Märchenhaften Themen ließen sich schnell entdecken

Gespannt und fast ein bisschen eilig strebten die Besucher die Treppen zum Saal hinauf, um sich persönlich die Werke anschauen zu können. Marta Pankratova hatte nicht zu viel versprochen: Die märchenhaften Themen ließen sich auf den Leinwänden schnell entdecken.

Das Rotkäppchen blickt suchend oder erstaunt in Richtung eines Hasen. Andere Werke zeigen eine Burgruine, ein Meer ohne Mönch oder den Blick eines Fischers. Auch ein Schwälmer Rotkäppchen lässt sich sehen, was die Verbundenheit des Malers mit der Region seit seinem Stipendium in der Künstlerkolonie Willingshausen 1999 illustriert.

Die Besucher der Ausstellungseröffnung verweilten länger vor den Leinwänden, wiesen sich gegenseitig auf entdeckte Details hin und genossen sichtlich, endlich wieder Kunst „in echt“ und mit Gleichgesinnten zu erleben. (Christiane Decker)

Öffnungszeiten des Museums

Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr.

Eintritt 5 Euro, Mitglieder SHB frei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.