Geistliches Konzert mit Liedern von Karl-Ludwig Voss begeisterte in der Kirche

Musik, die zu Herzen geht

Unternahmen eine musikalische Wanderung: Karl-Ludwig Voss (Dritter von links) sowie von links Uwe Mahlert, Marlene Höferhüsch, Ulrike Höfer, Klaus-Jürgen Höfer, Annette Himmelmann und Reinhold Kalden. Foto: Diehl

NIEDERGRENZEBACH. Musik kann heilsame Wirkung haben. Musik kann Menschen berühren und mitnehmen auf eine Wanderung – zum Leben. So geschehen am Samstag in der Kirche in Niedergrenzebach. „Unterwegs – durch Wüste und Kreuz zum Leben“, lautete der Titel des geistlichen Konzerts, „Wege erleichtern alle das Zueinanderkommen“, sagte Dr. Karl-Ludwig Voss.

Für Voss, der das Programm geschrieben und zahlreiche Weisen selbst verfasst hatte, war das Konzert auch eine Wanderung zur persönlichen Wirkungsstätte. 26 Jahre hat er in der Kirche Niedergrenzebach gepredigt, kaum ein Haushalt, den er nicht kennt. Entsprechend herzlich war die Stimmung vor und nach dem Konzert.

Die familiäre Atmosphäre spiegelte sich auch im Konzert wider. Das gemeinsame Musizieren ist den Musikern eine Herzensangelegenheit, dies war zu spüren. Den Rahmen bildeten das h-moll Pre´lude op. 18 und Variation hierüber von Ce´sar Franck, das in seiner Melodik, gespielt an der Orgel von dem ehemaligen Kantor von Wetter, Klaus-Jürgen Höfer, das Bild des Gehens und Wanderns zum Leben hin wunderbar ausdrückte. Kreuz, Leid und Wüstenerfahrungen seien etwas, was zum Leben dazu gehört. Niemand sei davor gefeit, sagte Pfarrer Hans-Gerrit Auel.

Den musikalischen Höhepunkt bildeten zwei Sopranarien aus den Bachkantaten 147 und 92, „Bereite dir, Jesu, noch heute die Bahn“ sowie „Meinem Hirten bleib ich treu“, gesungen von Marlene Höferhüsch und begleitet von einer Solovioline (Uwe Mahlert) zum einen, und zum anderen obligater Oboe (Annette Himmelmann) sowie Reinhard Kalden am Cello und Klaus-Jürgen Höfer am elektronischen Klavier, dem er, den technischen Möglichkeiten sei Dank, den Klang eines Cembalos entlockte wie zu Bachs Zeiten üblich. Die angenehme Sopranstimme kam auch bei dem von Voss verfassten Lied „Die Schönheit sei dir eigen“ vollends zur Geltung sowie nicht zuletzt bei den Auftritten des Vokalquartetts, bei dem neben Marlene Höferhüsch Ulrike Höfer (Alt) sowie Uwe Mahlert und Klaus-Jürgen Höfer in Tenor und Bass die übrigen Stimmen ergänzten.

Wie ein roter Faden zog sich der Gerhard-Tersteegen-Choral „Kommt Kinder, lasst uns gehen“ durch das Konzert. Und beim Mitsingen wie etwa beim Lied „Es leuchtet ein warmer Sonnenstrahl“ schien in die Kirche hell die Herbstsonne direkt auf Karl-Ludwig Voss.

Zwei Instrumentalstücke, die f-moll-Fantasia von Johann Ludwig Krebs für Oboe und Orgel sowie die c-moll-Sonate von Georg Friedrich Telemann für Oboe, Violine und Basso continuo (Cembalo) rundeten das Konzertrepertoire ab. Gerührter und begeisterter Applaus.

Von Kerstin Diehl

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