Konzert mit Siri und Reiner Eder sowie Eva Kirchner in der Hephata-Kirche

Musik, die tief berührte

Überzeugendes Zusammenspiel: Reiner Eder, Siri Eder (vorn) und Eva Kirchner beeindruckten mit romantischer Musik in der Hephata-Kirche. Foto: Diehl

SCHWALMSTADT. Manchmal sind es die kleinen Auszeiten, die wir uns gönnen, die großes bewirken. Die uns helfen, die Lasten des Alltags abzulegen und erbaut den Anforderungen der kommenden Woche gewappnet zu sein. Die Veranstaltungsreihe Musik zum Wochenschluss in der Hephata-Kirche bietet hierzu regelmäßig Gelegenheit. So auch am Samstag, als mit Reiner und Siri Eder sowie Eva Kirchner ein hochkarätiges Trio der heimischen Musikkultur zu hören war.

Werke für Violine und Klavier standen auf dem Programm des Kammermusikabends, der mit „Musik der Romantik“ überschrieben war. Dass sich da mit Joseph Haydn auch ein Vertreter der Klassik ins Programm geschlichen hatte, fiel weiter gar nicht auf – so leichtläufig und im besten Sinne romantisch interpretierte die in der Schwalm bislang vor allem als herausragende Organistin bekannte Eva Kirchner am Flügel den ersten Satz Allegro der Klaviersonate Es-Dur.

Den Anfang des beeindruckenden Konzerts machten Reiner und Siri Eder mit der Sonate für Violine und Klavier D-Dur, 1. Satz Allegro. Die erst 16-jährige Schülerin, die bereits mit sechs Jahren an der Geige erste Preise bei „Jugend musiziert“ auf Regional- und Landesebene erhielt, beherrscht das Streichinstrument bereits meisterhaft.

Ihre Virtuosität zeigte sich in der Sonate für Violine solo op. 27 von Eugène Ysaye, dem 1858 geborenen, hierzulande weniger bekannten, jedoch sehr bedeutenden belgischen Geiger seiner Zeit, so Reiner Eder vor dem Einsatz seiner Tochter. Insgesamt stand der Abend vor allem im Zeichen des Romantikers Schubert. So bildete seine Fantasie für Klavier zu vier Händen in f-Moll, op. 103 , den Höhepunkt des Konzerts. 20 Minuten dauerte das mal rasante, mal dramatische, immer wieder stark emotionale Stück, das Eva Kirchner und Reiner Eder harmonisch perfekt ineinander fließend und aufeinander abgestimmt seit zwei Jahren im Repertoire haben, und das sie bereits einmal bei einem Konzert in der Hospitalskapelle aufführten.

Hier zeigte sich, wie klassische Musik auch ein Publikum fesseln kann, das nicht rein aus regelmäßigen Konzertgängern besteht.

Mit der Sonatine für Violine und Klavier e-Moll, 1. Satz des böhmischen Komponisten Anton Dvorák, interpretiert von Siri und Reiner Eder sowie der Schubert-Sonata für Violine und Klavier g-Moll, op. 137/3, endete die Musik zum Wochenschluss.

Letzteres Werk gespielt von Siri Eder und Eva Kirchner, die auch im Zusammenspiel überzeugend harmonierten – ein kleiner Lidaufschlag genügte den beiden Musikerinnen für ihren perfekten Einsatz.

Es war die Brillanz jedes Einzelnen, aber auch das überzeugende Zusammenspiel des Trios in unterschiedlichen Besetzungen, das die Zuhörer in der Hephata-Kirche tief berührte.

Von Kerstin Diehl

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