Das Trio „Tango para tres“ überzeugten die Zuhörer in der Hephata-Kirche

Musische Reise durch Argentinien

Geigerin Svetlana Urintsova, am Klavier Gunther Friedrich und Stefan Koch am Saxophon (von links) verzauberten mit Tangorhythmen.

Treysa. Das Marburger Trio „Tango para tres“ gastierte am Wochenende in der Reihe „Musik zum Wochenschluss“ in der Hephata-Kirche. Das Ensemble widmete sich der Musik Astor Piazzollas und nahm die Zuhörer in der gut gefüllten Kirche mit auf eine faszinierende musische Reise durch Argentinien.

Die Klangsprache formten die Musiker durch eine ungewöhnliche Besetzung: Die ukrainische Geigerin und Bratschistin Svetlana Urintsova – seit 1993 in Deutschland lebend – spielte virtuos und kraftvoll die Geige. Instrumentallehrer Stefan Koch – sein Fokus liegt im Bereich Big Band und Saxophonquartett – intonierte wunderbar wandelbar am Instrument und setzte am Saxophon einprägsame Akzente. Klavierlehrer Gunther Friedrich hauchte dem Tango mit zarten Pianoklängen noch mehr Leben ein.

Zu hören waren im Konzert nicht nur Einflüsse aus der Popularmusik, sondern auch Vorläufer des Tangos. Experimenteller Geist verströmte etwa eine Milonga – übersetzt ist das eine Tanzveranstaltung – den die Musiker mit viel Liebe zum Detail intonierten.

Vier Jahreszeiten

Piazzolla griff in seinen Kompositionen immer wieder Vorhandenes auf. So auch den Aufbau von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Sein Frühling spielt allerdings im Hafen von Buenos Aires. Nicht weniger reizvoll fand der Komponist die „niedere Musik“. Immer wieder widmete sich Piazzolla auch dem Schreiben von Filmmusik, zu hören war unter anderem „Oblivion“ – das Vergessene – aus „Heinrich dem Vierten“.

Einflüsse der französischen Avantgarde mischte der Komponist mit Musik von Ravel und Bartok. Auch seiner Frau widmete er ein Werk: Benannt nach „Mumuki“, ihrem Spitznamen.

Tango zu dritt – da fragten die Musiker: „Ist das einer zu viel?“ Die Antwort blieben die Akteure nicht schuldig. Wunderbar wandelbar wirkte ihre musikalische Interaktion, frisch und dynamisch.

Das Publikum honorierte das mit längerem Applaus. Denn dem Trio gelang es, die Seele des Tangos zu erfassen und durch das Kirchenschiff wehen zu lassen – und mit diesem frischen Wind schickten sie ihre Zuhörer nach einer Zugabe glücklich und zufrieden in den Abend.

Von Sandra Rose

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