Am schwersten wütete der Sturm südlich der Schwalm

Dachdecker beseitigen massive Schäden nach Sturmtief Eberhard 

Alle Hände voll zu tun: Die Dachdecker in der Region sind in diesen Tagen schwerpunktmäßig mit der Beseitigung von Sturmschäden beschäftigt. Foto: Michael Reichel/dpa-Bildfunk

Bei den Dachdeckern standen am Sonntag ab 16 Uhr die Telefone nicht still, jede Menge E-Mails flatterten auch am Montag in die elektronischen Postkästen.

Das berichtet Innungsobermeister Horst Wagner (Seigertshausen). Allein in seinem Familienbetrieb seien über 150 Schadensmeldungen eingegangen. Das sei nach einem Sturm eine erhebliche Anzahl, wenngleich etwa es nach „Kyrill“ im Januar 2007 mit rund 450 etwa dreimal soviele waren.

Der Innungsobermeister erläuterte auf HNA-Anfrage, dass Sturm „Eberhard“ in weiten Teilen der Region für ein besonderes Schadensbild gesorgt hat. Es sei an sehr vielen Dächern zu eigentlich geringen Schäden gekommen, vielfach hätten die Böen nur ein bis drei Ziegeln herausgerissen, fast überall seien die Ausmaße unter einem Quadratmeter geblieben.

Am schwersten wüteten die Böen laut Wagner in der Gegend Alsfeld/Berfa/Lingelbach, dort habe Windstärke 12 geherrscht, „extremer Sturm“.

Im Altkreis Ziegenhain waren Neukirchen, der Raum um Großropperhausen, Michelsberg, Treysa und Wiera am stärksten betroffen, erklärte Wagner.

Man könne von Glück reden, dass sich die Böen am Montag legten, denn sonst könnten die Reparaturarbeiten auf Dächern aus Arbeitsschutzgründen überhaupt nicht erfolgen. Eile besteht auch, weil schon neuer Sturm droht. Wagner appellierte an die Kunden, nicht ungehalten zu reagieren, die Firmen könnten nun einmal nicht überall zugleich sein. Überstunden könnten die Mitarbeiter zudem derzeit mangels Tageslicht kaum fahren.

Der Obermeister für Kassel Stadt und Land, Werra-Meißner, Schwalm-Eder und Teile von Hersfeld-Rotenburg nennt die Arbeitssicherheit der Beschäftigten „das A und O“ der Branche. Die Kunden sollten nachvollziehen, mit welchem Sicherheitsaufwand vorgeblich kleine Schäden am Dach mitunter behoben werden müssen, zum Beispiel, wenn Gerüste und Arbeitsbühnen erforderlich sind. Da das Handwerk nun einige Tage benötigen werde, um die Schäden zu beseitigen, bat Wagner andere Auftraggeber um Verständnis dafür, dass ihre Arbeiten solange zurückstehen müssten. 

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