Interview: Wolf Maahn will sein Publikum in Schrecksbach in einen Rausch versetzen

„Nahrung für die Seele“

Spielt morgen Abend im Schrecksbacher Mylord ein Konzert zum 20. Geburtstag der Freien Musikinitiative Schrecksbach: Rockmusiklegende Wolf Maahn. Foto: privat

Schrecksbach. Zum 20. Geburtstag macht die Freie Musikinitiative Schrecksbach (FMS) nicht nur sich selbst, sondern allen Fans von gepflegter Rockmusik ein besonderes Geschenk. Zur Geburtstagsfeier spielen morgen, 7. November, ab 20 Uhr Wolf Maahn und Band ein Konzert im Schrecksbacher Mylord. Wir sprachen mit dem Rockmusiker über seinen bevorstehenden Auftritt, seine jahrzehntelange Karriere und über sein neues Album „Sensible Daten“.

Herr Maahn, was verschlägt eine gestandene Rockgröße ins beschauliche Schrecksbach?

Wolf Maahn: Es gibt da wohl ein ganz besonderes Jubiläum und die Veranstalter fanden, da passt was zusammen.

Fans sind wegen der besonderen Atmosphäre von kleineren Konzerten meist mehr beeindruckt als von Riesenspektakeln. Spielen Sie lieber in kleinen Clubs oder in den großen Arenen?

Maahn: Egal wo du spielst, jeder Gig kann ein großartiges Erlebnis werden.

Auf was können sich Ihre Fans in Schrecksbach denn freuen?

Maahn: Wir werden versuchen, sie in einen Rausch zu versetzen. Wir haben brandneue Songs vom Album „Sensible Daten“ im Programm und spielen natürlich auch Hits wie „Rosen im Asphalt“ und so einige andere. Was auch immer, es ist Nahrung für die Seele.

Mit „Sensible Daten“ ist jetzt nach fünf Jahren wieder ein Studioalbum von Ihnen erschienen. Was war der Grund für die lange Pause?

Maahn: Ich war erstmal zwei Jahre auf Band-Tour, dann nochmal zwei Jahre mit dem Programm zu meinem Solo Album “Lieder vom Rand der Galaxis”. Ich fand da nicht genug Zeit mich zu vertiefen, um diese Ideen auszuprobieren und zu vervollständigen.

Sie stehen seit 30 Jahren auf der Bühne, spielten schon im Vorprogramm von Legenden wie Bob Marley und Fleetwood Mac. Was fällt Ihnen ein, wenn sie an diese Zeit zurückdenken?

Maahn: Hmm, da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Meine Leidenschaft für gute Songs ist auf jeden Fall geblieben, das Umfeld hat sich aber stark verändert. Vor allem durch das Internet und natürlich in den 90er-Jahren durch Privatradio und -fernsehen. Und damit dem Diktat der Einschaltquoten.

Ihr Album „Irgendwo in Deutschland“ hielt sich Mitte der 80er-Jahre gut neun Monate in den Charts. Heute ist das anders. Hits kommen und gehen. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Maahn: Musik wird oft nicht mehr als etwas Außergewöhnliches gesehen. Da sind ja jetzt 20 000 Songs auf deinem Smartphone. Oder neuerdings Millionen über Streaming.

Die Bindung zu persönlichen Favoriten wird schnell lockerer. Bis du so viele hast, dass du keine mehr hast. Auf der anderen Seite erleben wir das andere Extrem: Im Radio laufen nur noch ganz wenige und immer dieselben Songs, bis sie einem zu den Ohren rauskommen.

Dazu sehen wir überall Casting-Shows, wo Musik so komisch aufgesetzt zelebriert wird, aber gleichzeitig doch nur perverse Konkurrenzsituationen kreiert werden. Das alles führt zu massenhafter Oberflächlichkeit.

Welche Musik hören Sie aktuell am liebsten?

Maahn: Also im Auto lief gerade Cody Chesnutt, J.J. Cale, Linton Kwesi Johnson und die Beatsteaks.

Sie können auf eine äußerst erfolgreiche Karriere zurückblicken. Gibt es für Sie dennoch Träume, die sich sich als Künstler gern erfüllen würden?

Maahn: Für mich ist die laufende Tournee gerade Traum genug. Die Konzerte machen mir und allen Beteiligten großen Spaß. Und ich freue mich ganz unverschämt auf jede Show.

Von Daniel Göbel

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