1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schwalmstadt

Neue Ausstellung zeigt in Willingshausen Kunst auf Papier

Erstellt:

Kommentare

Dr. Silke Gonder (links) und Ulli Becker-Dippel stellen ein Maleralbum aus. Es war in der Künstlerkolonie das Gästebuch und beinhaltet Werke von vielen verschiedenen Künstlern.
Dr. Silke Gonder (links) und Ulli Becker-Dippel stellen ein Maleralbum aus. Es war in der Künstlerkolonie das Gästebuch und beinhaltet Werke von vielen verschiedenen Künstlern. © Philipp Knoch

Die neue Ausstellung in der Kunsthalle Willingshausen öffnet am Sonntag, 14. August. Die HNA hat vorab für Sie einen Blick hinein geworfen.

Willingshausen – Am Sonntag öffnet eine neue Ausstellung im Malerstübchen in Willingshausen. „Auf´s Papier gebracht“ zeigt Kunstwerke, die als Gemeinsamkeit das Grundmaterial Papier haben. Viele Werke sind zum ersten Mal zu sehen.

Noch ist einiges zu tun im Malerstübchen in Willingshausen. „Wir müssen noch jedes Bild beschriften“, fällt Dr. Silke Gonder beim Rundgang durch die schon gut bestückte Ausstellungshalle ein. Sie schrieb ihre Doktorarbeit über die Geschichte der Künstlerkolonie Merzhausen und hilft auch bei der aktuellen Ausstellung tatkräftig mit.

Neben dem Alltag der Künstler inspirierten auch die einheimischen Schwälmer, hier Forstmeister Martin.
Neben dem Alltag der Künstler inspirierten auch die einheimischen Schwälmer, hier Forstmeister Martin. © Philipp Knoch

Für die Ausstellung wurde extra neu gestrichen, die Hinweisschildchen sollen besonders niedrig angebracht werden. „Die Bilder sollen bestmöglich wirken“, erklärt Gonder. Zur Ausstellung dürfe man seine Lesebrille nicht vergessen, ergänzt Paul Dippel von der örtlichen Willingshausen-Touristik-Betriebsgesellschaft (WTB) verschmitzt grinsend.

Besonders stolz ist Gonder darauf, dass auch Kunstwerke von weiblichen Künstlerinnen zu sehen sind. Sie mussten unter erschwerten Bedingungen in der Künstlerkolonie arbeiten. „Reisen war zu der Zeit für Frauen ohne Begleitung nicht einfach. Oft mussten sie ihre Mütter als Anstandsdamen mitnehmen“, erklärt sie.

200 bis 80 Jahre alte Werke

Alle Werke der Ausstellung sind in der Zeit zwischen den 1820er- und den 1940er-Jahren entstanden. Sie dokumentieren Alltagsszenen in der Künstlerkolonie, Landschaften und das bäuerliche Leben der Schwälmer.

„Die Vielfalt auf Papier steht im Vordergrund“, sagt Ulli Becker-Dippel von der WTB zu den verschiedenen Motiven, Formaten und Stilrichtungen. Von Zeichnungen über Aquarelle bis zu verschiedenen Drucktechniken ist fast jede Möglichkeit, ein Motiv auf Papier zu verewigen, ausgestellt.

Die Fotografien zählen zu den Höhepunkten der Ausstellung. „Die Künstler brachten diese neue Technik aus der Stadt mit aufs Land, es dürften mit die ersten Aufnahmen aus der Schwalm sein“, erläutert Silke Gonder.

Ein besonderer Schatz sind die zwei Maleralben, die erstmals gezeigt werden. Sie waren die Gästebücher der Künstlerkolonie. In ihnen verewigten sich die Meister und Schüler, die in Willingshausen arbeiteten. In der Gestaltung war jeder frei. Mancher schrieb einen Text, ein anderer zeichnete schnell eine Kleinigkeit.

Auch eine Karikatur, wie einer der Maler nach einem geselligen, bierseligen Abend mit seinem Fahrrad stürzt, hat es in das Maleralbum geschafft.

Öffnungszeit: bis zum 11. September, jeweils von Dienstag bis Sonntag, 14 bis 17 Uhr, am Wochenende auch von 10 bis 12 Uhr geöffnet, Vernissage ist am heutigen Samstag, 16 Uhr. Von Philipp Knoch

Auch interessant

Kommentare